Wenn Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann vor allem das Recht, anderen Leuten zu sagen, was sie nicht hören wollen.
George Orwell engl. Schriftsteller

Auf ein Wort

liebe Wardenburger

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Uwe Brandhorst Wardenburg, den 30.05.2009
Hardenbergstr. 5
26203 Wardenburg
Tel. 04407/6369
Fax 04407/8459

Auf ein Wort liebe Wardenburger!

In meiner vorletzten Ausgabe habe ich die Frage gestellt, ob Herr Frank Willers seine eigenen Geschäftsanteile der Oldenburger Allgemeinen bei Herrn Peter Führing vom Weser-Report angeboten hat, oder auch nicht?

Nach unseren bisherigen Informationen hat Herr Willers seine eigenen Geschäftsanteile angeboten und nicht die Geschäftsanteile die bei einem Rechtsanwalt geparkt sind.

Für diese These gibt es auch gute Gründe!

Herr Willers ist nach wie vor beim bisherigen Verlag beschäftigt. Der bisherige Verlag ist für Herrn Willers der Hauptbrötchengeber.

Über die 40 Prozent Geschäftsanteile, die Herr Willers bei der Oldenburger Allgemein nach unseren Informationen als Gesellschafter nach wie vor hält, ist der bisherige Verlag nicht so erfreut.

Nach unseren bisherigen Informationen soll eine E-Mail vom bisherigen Verlag für Unruhe im Hause der Oldenburger Allgemeinen gesorgt haben.

Demnach soll Herr Willers einen Teil seiner Geschäftsanteile wieder abstoßen. Die Rede ist von Minimum 20 Prozent. Mit anderen Worten: Herr Willers bleibt so oder so Gesellschafter der Oldenburger Allgemeinen!

Der Verkauf von eigenen Geschäftsanteilen würde die Theorie auch dahingehend erhärten, dass Herr Willers dem Weser Report seine eigenen Geschäftsanteile angeboten hat, weil er der Aufforderung des bisherigen Verlages nachkommen wollte bzw. sogar musste, sofern ihm an seinem Arbeitsplatz im bisherigen Verlag etwas liegt. Und daran gibt es keinen Zweifel nach unserem heutigen Kenntnisstand!

Es ist jedoch nach wie vor unbegreiflich, wieso Herr Willers ausgerechnet Herrn Führing vom Weser Report Geschäftsanteile der Oldenburger Allgemeinen angeboten haben soll, wie es unser heutiger Kenntnisstand ist, der nachweislich enge Kontakte zu Herrn Siedenbiedel von der NWZ unterhält?

Als langjährige Kenner der Medienbranche, auch in unserer Region, hätte Herr Willers wissen müssen, dass, wenn er Geschäftsanteile der Oldenburger Allgemeinen beim Weser Report anbietet, diese brisante Nachricht schon beim Verlassen des Geschäftszimmers von Herrn Führing bei Herrn Siedenbiedel auf dem Schreibtisch lag.

Die Frage stellt sich: Warum informierte Herr Willers seinen stärksten Konkurrenten über den Weser Report?

Herr Willers soll nach unseren Informationen inzwischen bestätigt haben, dass es Kontakte zum Weser Report gegeben hat, jedoch nicht direkt zu Herrn Führing, sondern nur bis zum Sekretariat.

Die Abgabe der Geschäftsanteile von Herrn Willers dürften unter anderem auch eine Erklärung dafür sein, weshalb der Gerhard Verlag seit Dienstag dieser Woche mit der Oldenburger Allgemeinen verhandelt, in wie weit man zu welchen Konditionen bei der Oldenburger Allgemeinen einsteigt. Ein endgültiges Ergebnis liegt bisher noch nicht vor, soll aber in der kommenden Woche zum Abschluss kommen, sofern unsere Informationen zutreffen.

Sinn würde eine derartige Konstellation zwischen der Oldenburger Allgemeinen und dem Gerhard Verlag auf jeden Fall machen.

Deckt die Oldenburger Allgemeine zur Zeit mit rund 130.000 Exemplaren die Stadt Oldenburg und das Ammerland ab ist der Gerhard Verlag zur Zeit dabei, nach dem Abgang der TeZett im Raum Leer (60.000 Auflage), eine neue Zeitung in Cloppenburg direkt, sowie dem Umfeld von Cloppenburg aufzubauen, wie auch in ihrem bisherigen Hausgebiet, dem Raum Leer. Geschätzte Auflage rund 100.000 Exemplare.

Diese neue Zeitung des Gerhard Verlags soll nach den Sommerferien kommen. Der Name "Cloppenburger Allgemeine" ist bereits im Hause der Oldenburger Allgemeine gefallen, soll aber noch nicht als zukünftiger Zeitungsname für den Cloppenburger Raum gesichert sein, wie es aus dem Hause der Oldenburger Allgemeinen zu hören ist.

Des Weiteren ist die Oldenburger Allgemeine zurzeit fieberhaft dabei den Landkreis Oldenburg zu erschließen. Geschätzte Auflage rund 50.000 Exemplare.

Damit hätte die Oldenburger Allgemeine die Auflagenstärke der SonntagsZeitung und wäre ein durchaus ernstzunehmender Mitbewerber für den NWZ Konzern.

Wenn dann noch der Gerhard Verlag bei der Oldenburger Allgemeinen einsteigt dürfte bei der NWZ Chefetage in der Peterstrasse das Hosenflattern beginnen.

Apropos Hosenflattern.

Seit Anfang dieser Woche herrscht in der NWZ Chefetage helle Aufregung, wie man aus gut informierten Kreisen gehört hat.

Der neue Herausgeber der Oldenburger Allgemeinen ist Herr Klaus H. Steinhagen.

Ein guter alter Bekannter der NWZ Gruppe.

Ist es doch Herr Steinhagen gewesen, der die SonntagsZeitung als Geschäftsführer über 25 Jahre maßgeblich geprägt und zu seiner heutigen Stärke aufgebaut hat.

Wenn einer das Geschäft der Sonntagszeitungen in unserer Region von der Pike her kennt, dann ist es Herr Steinhagen. Keiner hat soviel Erfahrung, wie Herr Steinhagen und verfügt über derart exzellente Kontakte zu den Anzeigenkunden.

Aber nicht nur deshalb ist diese Besetzung ein Volltreffer mitten ins Kontor der NWZ!

Denn mit Herrn Steinhagen ist ein Schwergewicht der Medienbranche aus dem hiesigen Raum zur Oldenburger Allgemeinen gekommen, der auch in der Anzeigenkundschaft das nötige Vertrauen mitbringt, dass in Zukunft die Oldenburger Allgemeine ein durchaus dauerhafter und ernstzunehmender Geschäftspartner für eventuelle wechselwillige Anzeigenkunden der NWZ sein könnte.

Waren dies unter anderem mit ausschlaggebende Argumente, weshalb die Firma Saturn sich in diesem Geschäftsjahr fast ausschließlich für die Oldenburger Allgemeine, sowohl in der Anzeigenwerbung, wie auch bei den Beilagen, entschied? Welche Rolle spielte bei dieser Entscheidung der Rausschmiss von Herrn Andreas Lausch, als ehemaliger Geschäftsführer des Hunte Reports und langjähriger Geschäftspartner und Freund zur Geschäftsleitung der Firma Saturn?

Im Übrigen sind da auch noch Rechungen mit der NWZ offen, die Herr Steinhagen nach meinem Gefühl noch begleichen will.

Vieles spricht dafür, dass Herr Steinhagen trotz seines Alters noch Feuer hat und sein Tatendrang inzwischen auf Hochtouren anläuft.

Die Entlassung von Herrn Steinhagen als ehemaliger Geschäftsführer der SonntagsZeitung in den vorzeitigen Ruhestand durch Herrn Nack und Herrn Siedenbiedel, war eine fürchterliche Schmach für so einen "alten Haudegen", wie es in meinen Augen Herr Steinhagen ist.

Dass dann noch die fristgerechte Kündigung nachträglich in eine fristlose Kündigung (!) von "Nack, Siedenbiedel & Co." nach unseren bisherigen Informationen umgewandelt wurde, dürfte bei Herrn Steinhagen, als bekannten ehrbaren Kaufmann und Geschäftspartner der alten Schule, endgültig das Tischtuch zwischen der NWZ Chefetage und Herrn Steinhagen zerrissen haben.

Beweis hierfür dürfte wohl der Antritt von Herrn Steinhagen als neuer Herausgeber (!) der Oldenburger Allgemeinen sein. Denn wenn Herr Steinhagen nun gegen sein eigenes Lebenswerk antritt, dann dürfte für jeden in der NWZ Chefetage klar sein, mit welchen Bandagen ab sofort von Seiten der Oldenburger Allgemeinen gekämpft wird: Hemdsärmlich und mit ausgefahrenen Ellbogen auf beiden Körperseiten!

Grundlage der fristlosen Kündigung von Herrn Steinhagen soll gewesen sein, wie man aus gut informierten Kreisen uns zugetragen hat, dass der Druckauftrag für die wöchentliche Beilage der Firma Zimmermann vom WE-Druck zum Gerhard Verlag wanderte. In der Branche munkelt man, dass dieser Auftrag in Millionenhöhe der NWZ Gruppe verloren ging, weil Drahtzieher dieser Aktion lt. Herrn Nack und Herrn Siedenbiedel Herr Steinhagen gewesen sein soll, weshalb man Herrn Steinhagen nachträglich fristlos kündigte, wie unser heutiger Kenntnisstand ist. Herr Steinhagen bestritt dies und ging vor das Arbeitsgericht.

Bekannt ist, dass Herr Steinhagen exzellente Kontakte zur Chefetage der Firma Zimmermann verfügt. Die SonntagsZeitung und die Firma Zimmermann sind parallel gewachsen und so hat man sich auf beiden Seiten über die Jahre geschäftlicher Zusammenarbeit schätzen gelernt, wie man uns zugetragen hat.

Nicht auszumalen für die NWZ, wenn nach dem Abgang des Drucks der Beilage der Firma Zimmermann zum Gerhard Verlag nun auch noch die Verteilung der Beilage an die Oldenburger Allgemeine abwandert.

Denn wenn sich die Oldenburger Allgemeine zusammenschließt mit der neuen Zeitung im Cloppenburger - und Leerer Raum aus dem Hause des Gerhard Verlages wäre mit der Erschließung des Landkreis Oldenburgs eine Auflagenstärke von rund 300.000 Exemplaren erreicht. Für jeden überregionalen Unternehmer der auf Anzeigenwerbung angewiesen ist, eine durchaus interessante Offerte die man mit Sicherheit nicht ignorieren sollte bzw. kann.

Für die NWZ Chefetage eine Horrorvorstellung. Eine Auflagenstarke Konkurrenz mit einem Herausgeber der in ihrem eigenen Hause über Jahrzehnte diente und den "Laden" NWZ aus der Westentasche kennt.

Hinzu kommt die Demütigung der nachträglichen, fristlosen Kündigung die bei Herrn Steinhagen besondere Energien freigesetzt hat und ihn bereits am Dienstag dieser Woche, unmittelbar nach seiner Nominierung zum neuen Herausgeber der Oldenburger Allgemeinen, auf den Plan rief, sofort aktiv zu werden.

Inzwischen dürfte sich auch in der NWZ herumgesprochen haben, dass die zahllosen entlassenen Mitarbeiter bei der NWZ, die für meinen Geschmack teilweise weit unter der Gürtellinie abliefen, sich reihenweise bei der Konkurrenz wieder finden und dort unschätzbare Werte durch ihr Know-how in ihrem Aufgabenfeld, sowohl durch ihre Kenntnisse in der Medienbranche, wie auch durch die Arbeitsabläufe bei der NWZ und die Kontakte zu den Anzeigenkunden, liefern.

Hier haben insbesondere Herr Nack und Herr Siedenbiedel durch ihre Kündigungen, nach meiner Meinung in unverantwortlicher und teilweise menschenunwürdiger Art und Weise, Mitarbeiter regelrecht zur Konkurrenz hingetrieben, die dort ihren zweiten Frühling erleben und durch ihre demütigenden Erfahrungen von Seiten ihrer Vorgesetzten aus dem Hause des NWZ Konzerns einen ganz besonderen Tatendrang an den Tag legen, die sich nun im nachhinein zum Nachteil für die NWZ auswirken, wie ich glaube.

Das alte Sprichwort dürfte bei den NWZ Verantwortlichen gerade in den letzten Tagen immer wieder ins Gedächtnis seinen Weg, zum Leidwesen der Betroffenen, gefunden haben: Man sieht sich bekanntlich immer zweimal im Leben.

Wird die Alleinherrschaft der NWZ in ihrem Hausgebiet durch einen möglichen Zusammenschluss von der Oldenburger Allgemeinen und des Gerhard Verlages gebrochen?

Für die Zukunft wird es auf jeden Fall spannend im Medienumfeld des vielleicht "einstigen" NWZ Hausgebietes werden bzw. bleiben!

Ihr

Uwe Brandhorst

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