Wenn Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann vor allem das Recht, anderen Leuten zu sagen, was sie nicht hören wollen.
George Orwell engl. Schriftsteller

Auf ein Wort

liebe Wardenburger

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Uwe Brandhorst Wardenburg, den 27.06.2009
Hardenbergstr. 5
26203 Wardenburg
Tel. 04407/6369
Fax 04407/8459

Auf ein Wort liebe Wardenburger!

Hätte ich es gewusst, wäre ich da gewesen. Ich habe es leider nicht gewusst! Folglich konnte ich nicht da gewesen sein.

Wenn man dann auch noch zu seinem eigenem Leidwesen am Fernseher sitzt und durch Zufall beim Durchschalten der Sender erfährt, dass es eine Veranstaltung gegeben hat, wo man gerne dabei gewesen wäre, muss man auf Gedeih und Verderb tatenlos mit ansehen, was auf dieser besagten Veranstaltung von Teilen der Podiumsdiskussionsteilnehmern für ein Bockmist geäußert wurde und man sich in diesem Augenblick nichts sehnlicher wünschte, als dabei gewesen zu sein, um diesen "ehrenwerten" Herrschaften von der NWZ die Fragen zu stellen, die einem seit Jahren auf den Lippen brennen.

Ich weiß nicht, ob meine Leser es nachvollziehen können, was da für eine Veranstaltung im Öffentlichen Fernsehen "O eins" übertragen wurde, an der ich so gerne teilgenommen hätte und was für Qualen ich durchstehen musste, als ich leider viel zu spät erfuhr, dass auf dieser Veranstaltung eine Podiumsdiskussion mit dem NWZ Geschäftsführer Ulrich Gathmann stattfand.

Und zu allem Überfluss war auch noch Herr Köser, der Miteigentümer der NWZ, im Zuschauerraum anwesend.

Was für ein Traum!

Eine laufende Kamera und beide Hauptakteure der NWZ, die für die rechtswidrigen Aufkäufe von Zeitungsverlagen, am Bundeskartellrecht vorbei, verantwortlich waren bzw. sogar aktiv, nach meiner persönlichen Meinung, beteiligt waren.

Und das tollste war, das Thema dieser Veranstaltung: Kommerzielle lokaler Rundfunk in Niedersachsen auch für Zeitungsverleger!

Und die NWZ beabsichtigt den Einstieg ins kommerzielle lokale Fernsehen, was lt. Herrn Gathmann überhaupt keine Gefahr für den Bürgerrundfunk bedeuten würde.

Das glauben wir Herrn Gathmann ohne mit der Wimper zu zucken, genau so wie ihre Behauptung, dass die NWZ überparteilich ist!

Noch mehr Macht im Medienbereich für die NWZ?

Ein furchtbarer Gedanke, dessen Schreckensvorstellung ich kaum in Worte fassen kann!

Das Landesmediengesetz soll lt. CDU/FDP-Regierungskoalition ab dem 01.01.2010 geändert werden. Demnach können Zeitungsverlage eine Beteiligung bis zu 49,9 Prozent an kommerziellen lokalen Fernsehsendern erhalten.

Außerdem meinte der NWZ Geschäftsführer Ulrich Gathmann: (…) Im Ghetto der nicht bewegten Bilder bleiben zu müssen, wäre existenzbedrohend für Zeitungsverlage (…)."

Mir kamen fast die Tränen!

Ich habe umgehend den Klingelbeutel aus dem Fenster gehalten. Leider ist bis heute noch kein Cent eingegangen.

"Aber für den Fall, Herr Köser und Herr Gathmann, auf welches Spendenkonto soll ich das gesammelte Geld einzahlen, um der Not leidenden NWZ meine ganz persönlich gesammelten Hilfsgelder zukommen zu lassen, um diese Zeitung vor ihrem Untergang zu bewahren?"

Bürger von Oldenburg und Umgebung haltet euch fest und öffnet eure Geldschatullen: "Rettet die NWZ vor der drohenden Pleite!"

Diese drohende finanzielle Not lässt wahrscheinlich auch erklären, dass die NWZ Herren Gathmann, Siedenbiedel, Köser, Nack und Seelheim vor dem Landgericht Hamburg versuchen, jeweils ein Schmerzensgeld einzuklagen in Höhe von 1000,00 Euro, weil sie ihre Persönlichkeitsrechte so sehr verletzt sehen, als ich die "ehrenwerten Herren" der NWZ Spitze im übertragenen Sinn mit einer bildlichen Darstellung an der Nordseeküste für immer aus der Medienlandschaft wünschte, weil Herr Köser, nach meinen Kenntnisstand, aktiv rechtswidrig am Bundeskartellrecht vorbei Zeitungsverlage aufkaufte und alle übrigen höhergestellten Persönlichkeiten der NWZ dieses rechtswidrige Treiben von Herrn "Köser, von Bothmer & Co." gegenüber der Öffentlichkeit bis zum heutigen Tag verschwiegen haben bzw. durch Tatenlosigkeit duldeten.

Vor dem Landgericht Hamburg sind die Herren nun gescheitert und in die Berufung gegangen.

"Dafür habe ich vollstes Verständnis, Herr Köser. Wer nach meinem Kenntnistand sich als mehrfacher Millionär rechtswidrig verhält und 2,7 Millionen Bußgelder an das Bundeskartellamt zahlen muss, dem geht es ganz offensichtlich so dreckig, dass er es nötig hat, 1000,00 Euro Schmerzensgeld einzuklagen, um weiter über die Runden zu kommen!"

Wie groß die finanzielle Not bei der NWZ allerdings sein muss, dass man mit so einem wie mich auch noch Geschäfte machen muss, obwohl ich die Herren Köser, Gathmann, Siedenbiedel, Nack und Seelheim so sehr in ihrem Ehrgefühl verletzt haben soll, dass sie ein Schmerzensgeld zur Linderung ihres Leids nötig haben, kann man sich kaum vorstellen.

Das Landgericht Hamburg offensichtlich auch nicht! Wer Geschäfte mit jemanden macht, der die Persönlichkeitsrechte so sehr verletzt haben soll, dass ein Schmerzensgeld zum Ausgleich der Verletzung erforderlich macht, geht wohl selber nicht davon aus, dass die Persönlichkeitsrechte so schwerwiegend verletzt wurden, dass die Zahlung eines Schmerzensgeldes erforderlich wird, so das Landgericht Hamburg.

Zurück zum Thema!

Herr Gathmann meinte auf der Podiumsdiskussion, dass eine Medienvielfalt zu einer öffentlichen Meinungsbildung unbedingt erforderlich ist.

Wie bereits gesagt: "Schade das ich nicht da war!"

Meine Frage an Herrn Gathmann wäre als erstes gewesen, wieso die NWZ seinerzeit rechtswidrig am Bundeskartellrecht vorbei einen Zeitungsverlag nach dem anderen aufgekauft hatte und gerade durch dieses rechtswidrige Verhalten dafür gesorgt hat, dass die Medienvielfalt im Oldenburger Raum so gut wie gar nicht mehr besteht, wenn ich mir die Printmedien vor Augen halte?

"Von Medienvielfalt sprechen, Herr Gathmann, und genau das Gegenteil haben die NWZ Eigentümer mit Ihrem Wissen getan, wobei Herr Köser bestehende Gesetze bewusst ignorierte, nach meinem heutigen Kenntnisstand!"

Aber keiner der 40 Zuschauer traute sich diese Frage zu stellen, obwohl die meisten zumindest wussten, was die Herren "Köser, von Bothmer & Co." da in der Vergangenheit rechtswidrig am Bundeskartellrecht vorbei getrieben haben!

Sofort glaube ich Herrn Gathmann auch, dass ein kommerziell betriebener Lokalsender keine negativen Auswirkungen auf den Bürgerrundfunk O eins haben wird, der 25 Prozent seiner Kosten durch Spenden kompensieren muss.

Klar, dass jeder Unternehmer gerade in Zeiten einer derartigen Wirtschaftskrise wie dieser, eher an den Bürgerrundfunk zum Nulltarif spendet, als an einen lokalen Sender, wo er für das gleiche Geld eine Werbesendung finanziert bekommen würde. Das glaube ich Herrn Gathmann sofort! Gar keine Frage!

Schwierigkeiten hätte ich allerdings, welche Sicherheit die Bürger hätten, dass Herr Köser, nach seinem rechtswidrigen Treiben aus der Vergangenheit, wie ich es empfunden habe, sich in Zukunft als gesetzestreuer Bürger verhalten wird, wenn er noch mehr Macht über einen kommerziellen Lokalsender erhalten würde?

Kribbelig wird es bei mir auch, wenn ich die maximale Beteiligung von 49,9 Prozent an einen lokalen Sender lt. Landesmediengesetz sehe.

Bei diesem Gedankengang schießt mir sofort der Hunte Report in die Gehirnwindungen.

Wir erinnern uns, dass das Bundeskartellamt "Köser, von Bothmer & Co." dazu aufgefordert haben, die rechtswidrig erworbene Zeitung, wieder zu verkaufen.

Der Hunte Report wurde nicht verkauft, sondern man gründete mal eben eine Stiftung und bestückte den Stiftungsrat mit "guten Bekannten" von Köser und von Bothmer. Gleichzeitig beließ man den Druck und die Verteilung des Hunte Reports nach meinem bisherigen Kenntnisstand in den Händen des NWZ Konzerns.

Dass der Hunte Report nach wie vor unter dem Einfluss der NWZ steht, wie ich glaube, sieht man alleine schon an der jüngsten Ausgabe. Sowohl der Hunte Report, wie auch die SonntagsZeitung die zum NWZ Konzern gehört, haben beide ihre Titelköpfe in blau/gelb und das O in ihrem Namen mit einem Basketball versehen, um damit den frisch gebackenen Bundesligameister, den EWE Baskets, zu ihrer Meisterschaft auf diesem Weg zu gratulieren.

Was für ein Zufall, oder für Leichtgläubige: "Da hatten wohl zwei angeblich unterschiedliche Zeitungsverleger zum selben Zeitpunkt die gleiche Eingebung!"

Der Begriff Medienvielfalt im Sinne des Herren Gathmann, sowie der Herren "Köser, von Bothmer & Co." bekommt für meine Begriffe eine vollkommen neue Definition, auch im Hinblick einer maximalen 49,9 Prozent Beteiligung an einem lokalen Sender.

Dabei sei an dieser Stelle nicht zu vergessen, dass Herr Gathmann es lieber sehen würde, wie er es unverblümt auf der Podiumsdiskussion anmerkte, wenn das niedersächsische Landesmediengesetz eine 100 Prozent Beteiligung an kommerziell genutzten Lokalsendern zulassen würde.

"Herr Gathmann, wozu diese Umstände? Ihr Haus- und Hofrechtsanwalt, Otto Korte, wird wie in der Vergangenheit mit Sicherheit seinem Erfindungsreichtum freien Lauf lassen, wie man lokale Sender auf ganz legalem Weg in feste NWZ Hand bekommt, wie ich glaube! Bekannte gibt es doch auf NWZ Seiten mit Sicherheit genug, oder?"

Für mich stellt sich abschließend nur noch die Frage, wieso sollte die NWZ, die selbst in der Vergangenheit vor der Verwendung von rechtswidrigen Mitteln nicht davor zurückschreckte, um lästige Zeitungskonkurrenten aus dem Weg zu räumen, jedoch nun beim lokalen Fernsehen mit dem Mitbewerber O eins, in vollkommener Harmonie nebeneinander agieren, wie es uns Herr Gathmann auf der Podiumsdiskussion versicherte?

Ich will es einmal auf die folgende Kurzformel bringen: "Mit dem was ich bisher (!) weiß, glaube ich Herrn Gathmann & Co. nichts mehr und traue ihm alles zu, damit die NWZ ihr Monopol hält bzw. noch weiter ausbauen kann."

Hinzu kommt, dass 2014 die Bürgerfunkfrequenzen auslaufen und werden dann von der Landesregierung neu verteilt.

Schon jetzt hat O eins lt. eigener Aussage auf der Podiumsdiskussion, ohne die kommerziellen Lokalsenderanbieter ab 01.01.2010, Schwierigkeiten 25 Prozent ihrer Kosten selbst aufzubringen, um den Status eines öffentlich rechtlichen Senders zu halten, damit sie Landeszuschüssen von 75 Prozent ihrer Kosten erhalten.

Das wissen auch "Gathmann, Köser & Co.".

Wo ist das Problem?

Kombiwerbungen im Radio, in der Zeitung, im Fernsehen aus einer "NWZ Hand" zu Topkonditionen. Nur wer alles nimmt bekommt als NWZ Anzeigenkunde Rabatte bis zum abwinken!

Allerdings nur solange, bis der lästige Mitbewerber erfolgreich vom Markt gedrängt wurde.
Als Monopolist muss man keine Preiszugeständnisse mehr bei seinen Kunden machen. Ölmultis und Energieriesen lassen an dieser Stelle schön grüßen.

"Good bye, O eins und Deine Spenden, auf nimmer Wiedersehen!

Und die Politiker sind wie immer die willigen Erfüllungsgehilfen der Medien. Denn ohne Medien keine Wiederwahl. Also buckeln und kriechen die Politiker in üblicher Manier vor den Meinungsmachern dieser Republik und geben ihnen noch mehr Macht, damit diese wiederum noch mehr Druck auf die Politiker ausüben könne, um im Sinne der Medienbesitzer Politik zu machen.

Rosige Aussichten, liebe Leser! Der einheitliche NWZ Meinungsbrei demnächst auch auf ihrer Mattscheibe!

Euer

Uwe Brandhorst


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