Wenn Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann vor allem das Recht, anderen Leuten zu sagen, was sie nicht hören wollen.
George Orwell engl. Schriftsteller

Auf ein Wort

liebe Wardenburger

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Uwe Brandhorst Wardenburg, den 24.01.2009
Hardenbergstr. 5
26203 Wardenburg
Tel. 04407/6369
Fax 04407/8459

Auf ein Wort liebe Wardenburger!

Lüge! Alles Lüge! Das kann überhaupt nicht sein! Ein klarer Fall von … Lüge! Ganz eindeutig. Daran gibt es überhaupt keinen Zweifel! Von vorne bis hinten, alles erlogen. Nein ehrlich … Lüge , Lüge und nochmals Lüge! Das gibt es doch gar nicht, kann es nicht gegeben haben und wird es auch niemals geben. Wo kommen wir denn da hin, wenn das tatsächlich stimmt, was da in der NWZ stand?

Wir erinnern uns an meine letzte Ausgabe, wo ich über ein Interview des Bremer-Landesbank-Chef Kaulvers berichtet hatte, der behauptete, dass Norddeutschland gegen die Finanz- und Wirtschaftskrise bestens aufgestellt sei und für Pessimismus, sowie Schwarzmalerei und Bange machen überhaupt keinen Anlass sehen würde. Diese Aussage des Herrn Kaulvers segnete der hoch gelobte NWZ Chefredakteur Rolf Seelheim in der Form ab, dass er derartige Äußerungen von Herrn Kaulvers weder hinterfragte, noch entsprechend kommentierte. Herr Seelheim ließ einfach drucken!

Und nun so was!

Da berichtet die NWZ auf der Titelseite vor der Haustür (!) von Herrn Kaulvers in riesengroßen Buchstaben, dass die "Krise Ganderkesee erreicht" hätte. 146 Mitarbeiter sollen gehen bei der Terex Atlas. Kann doch gar nicht sein! Die wollen uns doch da bei der NWZ auf den Arm nehmen. Nach dem Interview von Herrn Kaulvers kann doch nicht ein Unternehmen dieser Größenordnung auf Grund der Wirtschaftskrise so einen Umsatzeinbruch verzeichnen, dass 146 Beschäftigten nun die Kündigung droht.

Tja, liebe Leser und dann will uns Herr Seelheim erst recht durch den Kakao ziehen, als seine Zeitung über eine SSW Werft in Bremerhaven berichtet hatte, die angeblich Insolvenz angemeldet haben soll, weil unter anderem der Schiffsbaumarkt wegen der Weltwirtschaftskrise zum erliegen kam. Eine ganze Werft Pleite nach der "Expertenanalyse" von Herrn Kaulvers? Na, Herr Seelheim, dass war ja wohl ein verfrühter Aprilscherz. Aber so leicht lassen wir uns nicht von Herrn Seelheim an der Nase herumführen!

Kurzarbeit auch bei Volkswagen in Emden auf Grund der Absatzkrise in der Autoindustrie. Habe selten so gelacht. Lt. Herrn Kaulvers ist Norddeutschland bestens aufgestellt und nun bei Volkswagen in Emden Kurzarbeit. Wir lassen uns doch nicht "Bange machen", nicht wahr Herr Kaulvers!

Aber der absolute Knaller ist ja, dass Herr Seelheim in meiner heiß geliebten Wohnheimat "Wardenburg" sich ein ganz besonderes Kuckucksei geleistet hat. "Soviel Ehre, Herr Seelheim, habe ich doch nun wirklich nicht verdient, dass Sie mir vor der eigenen Haustür so eine Märchenstunde unterschieben wollten."

So berichtete der NWZ Lokalredakteur, Werner Fademrecht, der endlich aus seinem Langzeiturlaub wieder zurück an die Front gekehrt ist, obwohl man gar nicht gemerkt hat, dass er jemals weg war, weil während seiner Abwesenheit die Berichterstattung für meinen Geschmack genauso schlecht war, als zu Zeiten, wo Herr Fademrecht noch da war, dass bei dem Wardenburger Unternehmen Dynapac auf Grund des saisonalen Rückgangs verstärkt durch die Finanzkrise Kurzarbeit angesagt ist. "Also wirklich, Herr Seelheim, da haben Sie sich aber wirklich was ganz besonderes für mich einfallen lassen. Da werde ich ja direkt etwas verlegen, für soviel Aufmerksamkeit!"

Und dann haben die Schlitzohren da von der NWZ noch so einen Kalauer in den Landkreisnachrichten versteckt, den ich erst für bare Münze genommen habe. Noch so eine angebliche Insolvenzanmeldung beim Autohaus Denker in Wildeshausen, wovon 13 Mitarbeiter betroffen sind. Angeblicher Grund, was ja nach dem Interview vom Bremer-Landesbank-Chef Kaulvers überhaupt nicht angehen kann, dass die Autokrise nun bis nach Wildeshausen durchgeschlagen sei. Natürlich liebe Leser, alles Lüge. Was für ein Glück, dass das alles nicht stimmt und uns der liebe "Onkel Seelheim" nur so einen Schrecken einjagen wollte.

Nein, da glaube ich nicht ein Wort von. Kein Werftenzusammenbruch, keine Kurzarbeit, keine Krise am Automarkt. Ich verlass mich voll und ganz auf den hoch gepriesenen Banker der Bremer-Landesbank, Herrn Kaulvers, der Norddeutschland zur krisenfreien Zone weltweit erklärt hat und meinem Lieblingsjournalisten, Rolf Seelheim, der diese Aussage stillschweigend auf der Titelseite der NWZ, für jeden lesbar, abdruckte. Die Insel der Glückseeligkeit ist und bleibt Norddeutschland … zumindest für recht Leichtgläubige, wie "Seelheim & Co."

Und wenn man vor der Realität die Augen fest verschließt, dann glaubt man auch noch so einen Unsinn, wie es Herr Kaulvers uns glauben machen wollte.

Ebenso glaube ich an unseren Wirtschaftsminister, Michael Glos (CSU). Dieses Energiebündel aus der deutschen "Elite-Politikerriege", der meinte dass Mitte 2009 die Konjunktur wieder anziehen würde. "Klar, Michael, dass passt schon!" Da pumpen wir Milliarden weltweit auf Pump (!) in den Weltmarkt und dann geht es aber mit der Wirtschaft in Deutschland so rasant ab, da kann man gar nicht mehr gegen an produzieren. Vor allem, wenn ich daran denke, wer und wann diese Milliarden wieder zurückgezahlt werden sollen und wie sich dieser Schuldenberg bloß auf den kommenden Wirtschaftsmarkt weltweit auswirken wird.

Welche Auswirkungen diese Weltwirtschaftskrise alleine nur für Norddeutschland hat, lässt sich an einem einfachen Beispiel festmachen.

In einer Fernsehreportage aus der vergangenen Woche wurde über den Containerhafen in Bremerhaven berichtet. In dieser Reportage wurde berichtet, dass noch vor weinigen Monaten pro Tag elf Containerschiffe randvoll mit Containern in Bremerhafen fest gemacht hatten. Heute sind es ganze drei und die sind noch nicht einmal voll beladen! Von wegen, Schwarzmalerei und Bange machen gilt nicht, Herr Bremer-Landesbank-Chef Kaulvers. Die Wirtschafts- und Finanzkrise ist in Norddeutschland mit voller Wucht angekommen!

Noch so ein Märchen ist das angeblich bevorstehende ansteigen der Binnenkonjunktur, weil die Bürger durch die sinkenden Öl- und Energiepreise in Zukunft mehr Geld in ihrer Haushaltskasse haben werden. Eine Volkverdummung ohne Gleichen.

Denn bevor die Energiepreise explodierten, stand bei vielen Familien aus der Sicht ihrer Finanzen bereits das Wasser bis zur Unterlippe. Die Binnenkonjunktur kam über Jahre nicht in die Gänge, weil durch Lohnverzicht und zusätzliche Steuern, real immer weniger in der Haushaltskasse verblieb. Als dann durch die erhöhten Energiepreise direkt in die Haushaltskasse kräftig von den Energieversorgern gegriffen wurde, soffen viele Familien fast ab, weil ihnen das Wasser nun oberhalb der Oberlippe stand, aber knapp noch unterhalb der noch freien Nasenlöchern, wodurch ihnen ein Atmen zum Überleben noch ermöglicht wurde. Denn tote Bürger, dass wussten auch die Energieriesen und die Politiker, kann man schlecht melken. Nun gehen die Energiepreise, wir wollen es zumindest hoffen, wieder auf den Ausgangspunkt zurück, bevor die Energiepreise explodierten. Für den Politiker Herrn Michael Glos und den NWZ Redakteur Rüdiger zu Klampen in seinem Kommentar, nun die logische Rückfolgerung, dass die Bürger nun wieder mehr Geld in der Kasse haben müssten, was sie ausgeben könnten, um die Binnenkonjunktur wieder in Gang zu bringen. So einen Müll können auch nur Politiker sich zu Recht denken und ein Journalist, wie Herr Rüdiger zu Klampen, glaubt diese Märchenstunde von unserem "Wirtschaftsexperten" Michael Glos auch noch. Denn, wenn vor der Explosion der Energiepreise nichts in der Haushaltskasse war, was man daran festmachen kann, weil die Binnenkonjunktur schon seit Jahren nicht in die Gänge gekommen ist, wieso soll denn nun etwas in der Haushaltskasse sein, wenn die Energiepreise wieder auf den Ursprungswert zurückgehen? Die Energiepreiserhöhungen wurden von den Bürgern bezahlt, in dem sie entweder zusätzliche Schulden machten, oder sich noch mehr einschränkten durch zusätzlichen Verzicht in allen Lebensbereichen, bzw. von ihren ersparten Geldern lebten. Auf jeden Fall ist vollkommen klar, dass die meisten Familien, die für einen Aufschwung im Binnenkonsum so dringend erforderlich sind, vor der Energiepreisexplosion kein Geld hatten, während der Energiepreisexplosion kein Geld hatten und nun nach der Energiepreisexplosion auch kein Geld haben werden, was sie ausgeben könnten, sofern sie es über hätten. Woher soll das Geld denn über Nacht gekommen sein? Die paar Prozente Gehaltserhöhung die noch nicht einmal ausreichen um die Inflationsrate auch nur annähernd auszugleichen? Ich bitte meine Leser doch darum, sich nicht selbst etwas vor zu machen und sich wie Rüdiger zu Klampen mit seinem Wirtschaftsminister Michael Glos selber in die Tasche zu lügen.

Neues auch aus dem Hunte Report. Lausch ist raus. Der Geschäftsführer wurde an die Luft gesetzt.

Atemberaubend der Verschleiß an Geschäftsführern bei der NWZ: Korte, Nack, Steinhagen, Brunken, Lausch, usw. Man kann ja gar nicht so schnell Luft holen, wie "Köser, von Bothmer & Co." ihre Geschäftsführer einsetzen und wieder rausschmeißen. Solide Geschäftsführung scheint bei der NWZ seit ihrer Hausdurchsuchung durch das Bundeskartellamt ein Fremdwort geworden zu sein!

Nachfolger von Herrn Lausch ist nun Herr Fabian Speckmann. Schon viele Jahre im Hunte Report tätig und vor allem bekannt durch seine durchaus kompetente Sportberichterstattung, die er im Laufe der Jahre durch seine guten Kontakte in alle Vereine sich erworben hat. Aber Herr Speckmann ist auch dafür bekannt, durchaus auch kritische Themen anzupacken und entsprechend zu recherchieren. Seine persönliche Art kommt bei vielen an und er hat, für meinen Geschmack, durchaus das Zeug dafür diesen Posten entsprechend auszufüllen … sofern man ihn lässt!

Herr Lausch, der Mann ohne Wissen (!), dass der Hunte Report unter seiner Geschäftsführerzeit eine Stiftung wurde, soll gegangen sein, weil, so munkelt man zumindest, er mit einem Kunden nicht klar gekommen ist. Dies kann ich mir wiederum als Kündigungsgrund nicht vorstellen, denn dann hätte Herr Nack, der Geschäftsführer der tausend Tageszeitungen (!), schon längst hätte seinen Hut nehmen müssen, weil er uns als A-Kunden an die Oldenburger Allgemeine verloren hat.

Apropos Oldenburger Allgemeine.

Was die da in ihrer letzten Ausgabe veröffentlicht haben, kann ja auch nur eine Lüge sein! So berichtete die Oldenburger Allgemeine, dass die NWZ lt. IVW im Einzelverkauf 6,24 Prozent im letzten Quartal des Jahres im Vergleich zum Vorquartal verloren hat. Insgesamt hat die NWZ nur noch eine Auflage von 40.425 Exemplaren, was weniger als die Hälfte aller Oldenburger Haushalte bedeutet.

Solche Minuszahlen können überhaupt nicht sein. Schließlich hat Herr Nack doch in einem Gespräch in unserem Hause gemeint, dass die Finanz- und Wirtschaftskrise in ihrem Verlag keine negativen Auswirkungen zur Folge haben würden. Es würde alles so weiterlaufen wie bisher. Und nun ein Minus von 6,24 Prozent! Geht nicht! Geht überhaupt nicht. Es sei denn, Herr Nack meinte, dass es so negativ weitergehen würde, wie das letzte Quartal. Dann hätte ich Herrn Nack in der Tat falsch verstanden, was ich in diesem besonderen Fall, aber sehr gerne tun würde, sofern es so wäre. Allerdings vielleicht hat Herr Nack die Auswirkungen der inzwischen zahllosen Sonderzeitungen unter der Woche nicht bedacht, wo manch ein NWZ Abonnent sich gedacht hat, wieso noch teuer die NWZ kaufen, wo ohnehin nichts Wissenswertes drin steht, wenn man das wenig Wissenswerte auch aus den kostenlosen Tagesblättchen vollkommen problemlos erfahren kann?

Das allerdings wäre dann für "Köser, von Bothmer & Co." ein klassisches Eigentor. Die kostenlosen Tagesblätter, um die Oldenburger Allgemeine zu verhindern, gehen nun zu Lasten der NWZ Abonnenten. Und zu allem Überfluss baut die Oldenburger Allgemeine ihre Auflage auch noch aus und erscheint ab 14.02.2009 auch noch im Landkreis Ammerland flächendeckend. Und beim Landkreis Oldenburg steht die Oldenburger Allgemeine in den Startlöchern.

Fakt ist auf jeden Fall nach meinen bisher vorliegenden Informationen, dass die SonntagsZeitung bei den Anzeigenverkäufen im Januar durch die Bank ein fettes Minus zu beklagen haben. Na, ja! Wer vorgibt (!) Anzeigen bei "Macco, Telepoint & Co." nur noch nach Preisliste verkaufen zu wollen, muss sich nicht wundern, wenn er Umsatzeinbrüche zu beklagen hat.

Die Frage stellt sich mir nur, wie will man diese Mitarbeiter der SonntagsZeitung nun noch motivieren, wenn der Geschäftsführer Herr Nack, zusammen mit seinem ersten Anzeigenverkäufer Herrn Bolles durch ihr überhebliches Auftreten in unserem Haus einen ihrer Topkunden an die direkte Konkurrenz (!) verloren haben?

Von unserer Seite kann ich sagen, wir kommen bisher auch sehr gut ohne die SonntagsZeitung klar und haben mit der Oldenburger Allgemeinen keine Umsatzeinbrüche zu beklagen. Das mögen Herr Nack und Konsorten glauben oder auch nicht, es ist eben so wie es ist. Es geht auch ohne die NWZ bisher sehr gut.

Letzte Frage noch an meinen "Freund" Rolf Seelheim: "Wieso berichten Sie nicht über den Anteilsankauf in Höhe von 50 Prozent durch den NWZ Konzern beim Friesischen Sender und den Rausschmiss von Herrn Lausch beim Hunte Report? Haben Sie von "Köser, von Bothmer & Co." keine Genehmigung erhalten, oder habe ich etwas überlesen?"

Aber vielleicht wusste Herr Seelheim von diesen Ereignissen noch nichts, was allerdings sehr peinlich wäre, für so eine "Kapazität des deutschen Journalismus"!

Mit freundlichem Gruß

-Brandhorst-

 

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