Wenn Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann vor allem das Recht, anderen Leuten zu sagen, was sie nicht hören wollen.
George Orwell engl. Schriftsteller

Auf ein Wort

liebe Wardenburger

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Uwe Brandhorst Wardenburg, den 21.11.2009
Hardenbergstr. 5
26203 Wardenburg
Tel. 04407/6369
Fax 04407/8459

Auf ein Wort liebe Wardenburger!

Hallo!

Halloooo!

Hey, Sie da!

Hast nicht mal ein Apfel für den Onkel Christian?

Ach, bitte!

Bitte! Bitte! Bitte! Bitte!

Nur ein Apfel!

Ach, komm schon!

Sei man nicht so!

Ein Apfel für Onkel Christian und seine Freunde!

Warum?

Der Onkel Christian ist doch unser Landesvater.

Auf jeden Fall tut er immer so, als wenn er unser Papa für alle Bürger in Niedersachsen ist!

Besonders lieb hat der Christian uns Kinder …, sagt er zumindest!

Meistens immer dann, wenn er alle fünf Jahre zum liebsten Papa von Niedersachsen gewählt werden möchte.

Der hat auch ein ganz, ganz, ganz großes Portemonnaie.

Onkel Christian bezahlt auch ganz viele Sachen für uns.

Der Bund der Steuerzahler macht darüber dann immer so ein schwarzes Büchlein, was Onkel Christian so alles bezahlt hat.

Zum Beispiel war darin zu lesen, dass der Onkel Christian und seine vielen anderen Landesväter in Deutschland 30 Milliarden in den Sand gesetzt haben.

Lustig, was!

Ja, und dann … und dann hat der Onkel Christian sich eine Software für 132.000 Euro gekauft und nun ist die schon wieder überholt und keiner kann die mehr gebrauchen!

Nein, nicht den Onkel Christian! Die Software kann keiner mehr gebrauchen!

Die 132.000 Euro sind auch futsch!

Witzig, nicht wahr!

Ja, der Onkel Christian hat auch immer so lustige Schuhe an!

Ja, mit so einem Pferdchen unten an der Hacke von so einen Lloyd's Schuh.

Das ist so eine ganz teure Schuhfabrikfirma, sagt meine Mama!

Nein, wirklich!

Wegen dem Pferdchen auf der Hacke von der teuren Schuhfabrikfirma denkt der Onkel Christian wahrscheinlich er ist ein Pferd!

Da kannste drüber lachen, was!

Ja, und Pferde brauchen immer ganz viele Äpfel!

Und weil Pferde, wie Onkel Christian, immer ganz viele Äpfel brauchen, kriegen wir Kinder in der Schule keine Äpfel mehr ab, weil er die alle selber verputzt.

Nein, das hat der Onkel Christian, der ja unser Vater ist, … nicht so richtig, aber Ihr wisst ja schon, … mit seinen Kumpels aus dem niedersächsischen Landtag so beschlossen.

Jeder kriegt einen Haufen Äpfel zum verputzen, egal ob er Hunger hat oder auch nicht, nur wir Schulkinder kriegen nix!

Ja, ehrlich!

Da haben "Christian & Friends" für ein ganzes Jahr 25 Milliarden Euro für einen riesigen Berg an Äpfeln ausgegeben und davon mussten die auch noch 2,3 Milliarden Euro von der Sparkasse sich leihen, weil sie nicht genug Geld in ihrem Sparschweinchen hatten, um ihre ganzen vielen Äpfel bezahlen zu können.

Aber ein paar Euros für einen Apfel täglich für uns Schulkinder hat der Onkel Christian und seine Kumpels nicht mehr gehabt.

Nein, wirklich!

Ja, dabei sollten die Äpfel alle noch von der Tante aus Brüssel gesponsert werden.

Ja, wirklich!

Die liebe Tante aus Brüssel wollte dem Onkel Christian 2,5 Millionen Euro schenken, wenn er uns Schulkinder täglich einen Apfel schenkt.

Wollte der Onkel Christian aber nicht machen, weil das ihm und seinen Kumpels aus dem Landtag zu viel Arbeit gewesen wäre, die Äpfel an die Schulen zu verteilen!

Ja, und nun kriegt der Onkel Christian von der Tante aus Brüssel auch keine 2,5 Millionen Euro mehr geschenkt und wir kriegen morgens in der Schule auch keinen Apfel zum Frühstück!

Doof, vom Onkel Christian mit seinen teuren Hotteschühchen, nicht wahr!

Der kann soviel Geld verballern in Milliardenhöhe, sich lustige Schühchen kaufen mit einem Pferdchen an der Hacke, 132.000 Euro sinnlos für ein Software ausgeben, 2,3 Milliarden neue Schulden machen, sowie 2,5 Millionen Euro Subventionen ausschlagen, aber Geld für ein Apfel für uns Schulkinder hat er nicht!

Haben wir nicht einen blöden Papa?

Wir haben ja auch eine Oma und die hat auch so einen komischen Freund seit kurzem.

Ja, ehrlich.

Die wohnen in Berlin.

Die sind ganz, ganz, ganz schlau.

Glaubt Ihr nicht.

Doch, ganz ehrlich!

Dreimal schwarzer Peter drauf und großes Ritterehrenwort mit gekreuzten Fingern!

Die ist so schlau, Ihr glaubt es nicht.

Also die Oma aus Berlin heißt Angela und ihr Freund Guido die haben beschlossen, dass sie ganz viel Geld an ihre Freunde verschenken wollen, obwohl sie gar kein Geld haben.

Ist das nicht lustig? Geld verschenken, was man nicht hat.

Ja, die Angela und der Guido die machen das einfach so.

Die sagen, wenn wir das Geld verschenken, dann kommt das doppelt und dreifach wieder zurück.

Ja, das hab ich mit der doofen Bärbel auch mal ausprobiert.

Der hab ich einmal ein Eis geschenkt mit vielen Erdbeeren und Sahne oben drauf und habe gehofft, dass ich dann mindestens drei große Erdbeereistüten mit Sahne und Schokostreusel oben drüber wieder bekomme.

Ja, genauso wie es Oma Angela und ihr Freund Guido jetzt machen.

Aber die doofe Bärbel hat das ganz anders gemacht.

Die hat ihr Eis aufgegessen und ist anschließend mit Bernd Fahrrad gefahren und das auch noch ohne mich!

Das war vielleicht eine Scheiße!

Mein ganzes Taschengeld weg, kein Eis mit Schokostreuseln und dann haut die auch noch mit dem blöden Bernd ab.

Das habe ich dann dem Onkel von der Bundesbank erzählt und den fünf Wirtschaftsweisen, sowie der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD).

Die haben dann erst einmal bei der Oma Angela und ihrem Freund Guido angerufen und denen erst einmal erzählt, was das für ein Blödsinn ist, Steuerentlastungen für die Bürger zu beschließen auf Pump und uns Kindern zu erzählen, dass anschließend das Geld durch Mehrkonsum wieder reinkommen würde.

Dies hat früher nicht geklappt und würde auch für die Zukunft nicht funktionieren, so die Onkels und Tanten von der Bundesbank, den Wirtschaftsweisen und der OECD.

Die haben der Oma Angela und ihrem Freund Guido aus Berlin sogar eine unseriöse Haushaltspolitik vorgeworfen, weil sie ihre Geldausgeberei nicht gegenfinanziert haben!

Aber die Angela und ihr Freund Guido haben gesagt, dass das alles Papperlapapp ist, was die weisen Opas, die OECD und die alten Onkels da von der Bundesbank erzählt haben.

Deshalb müssen die Oma Angela und Ihr Freund Guido ganz schön schlau sein, wenn sie solchen Experten aus der OECD, von der Bundesbank, sowie den fünf Wirtschaftsweisen einfach die kalte Schulter zeigen können und meinen, dass die alle ganz schön doof sind und nur sie mit ihrem Guido viel schlauer sind, als alle Experten auf der ganzen, ganzen großen Welt.

Ich weiß ja auch nicht, wer nun am Ende die Wahrheit sagt.

Die Oma Angela und ihr Freund Guido aus Berlin, oder die Tanten und Onkels von der OECD, der Bundesbank und dem Sachverständigenrat mit ihren Wirtschaftsweisen.

Aber eins weis ich jetzt schon!

Ich hab noch immer kein Eis und die blöde Bärbel fährt noch immer mit dem doofen Bernd Fahrrad!

Euer

- Uwe Brandhorst -




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