Wenn Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann vor allem das Recht, anderen Leuten zu sagen, was sie nicht hören wollen.
George Orwell engl. Schriftsteller

Auf ein Wort

liebe Wardenburger

aktualisiert am:

21.05.2011

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Uwe Brandhorst Wardenburg, den 20.05.2011
Hardenbergstr. 5
26203 Wardenburg
Tel. 04407/6369
Fax 04407/8459

Auf ein Wort liebe Wardenburger!

Nein! Nein! Und nochmals nein!

Da sollte man eigentlich erwarten können, wenn man eine vermeintlich renommierte Tageszeitung kauft, letztendlich auch für sein hart erarbeitetes Geld eine vernünftige Kommentierung zu aktuellen Sachthemen zu erhalten.

Weit gefehlt, liebe Leser!

Was erhält man?

Ein Geschmiere, was schon im Ansatz erahnen lässt, dass hier jemand am Werk war, der entweder vom Tuten und Blasen keine Ahnung hat oder auf Grund von mangelhaften Recherchen sich nicht im Klaren war, was er da für einen Bockmist zusammengekritzelt hat .

Gemeint ist natürlich unser "hoch verehrter" NWZ Chefredakteur Rolf Seelheim der sein vermeintlich bestes zum Thema Griechenland und den Euro abgab.

"Dies, Herr Seelheim, war nichts, wird auch nimmer etwas sein und auch zukünftig nichts mehr werden!"

Denn Herr Seelheim sieht lt. seiner Kommentierung vom 09.05.2011 den einzigen Ausweg aus der Griechenlandkrise darin, die Griechen aus dem Währungsverbund zu entlassen, um dem drohenden Ende der Europäischen Union (EU) und dem damit verbundenen Untergang des Euros zu entgehen.

Mit dieser Aussage hat Herr Seelheim nichts, aber wirklich auch gar nichts aus der letzten Wirtschaftskrise gelernt, geschweige denn verstanden (!) und sich über die daraus resultierenden Auswirkungen eines Ausschluss Griechenlands aus der Europäischen Währungsunion ausreichend Gedanken gemacht.

Wer nur etwas sich in diese Materie rein liest und aufmerksam die etablierten Medien verfolgt, kann nur zu dem Ergebnis kommen, dass ein Ausschluss Griechenlands aus der Europäischen Währungsunion, wie es Herr Seelheim als hoch gebildeter Chefredakteur in seinem Kommentar seinen Lesern aufgezeichnet hatte, was den gleichzeitigen Ausschluss aus der EU nach sich ziehen würde bzw. sogar müsste, die denkbar schlechteste Lösung für alle beteiligten EU Länder wäre und darüber hinaus auf Grund der aktuellen Situation wohl niemals kommen wird, es sei denn, Griechenland tritt selber aus der EU im Einvernehmen aller übrigen EU Länder aus, um es zum Crash weltweit kommen zu lassen!

Frei nach dem Motto: "Wenn wir untergehen, dann veranstalten wir noch einmal ein Feuerwerk nach griechischer Art und Weise!"

Aber gehen wir einmal davon aus, dass die Theorie von Herrn Seelheim Realität werden würde, dass "die Griechen aus dem Währungsverbund entlassen" werden und führen ihre Drachme wieder ein.

So einfach, wie Herr Seelheim es sich vorstellt, geht das gar nicht.

Die EU mit ihrem Euro kann lt. dem Lissabonner Vertrag nur ein Mitgliedsland dann verlassen, wenn alle übrigen Mitgliedsstatten, also auch das betroffenen Mitgliedsland (!), dem Ausschluss zustimmen.

Eine einfache Mehrheit, oder eine Billigung der übrigen EU Mitgliedsstaaten Griechenland großzügig in "Gönner Manier" aus dem Währungsverbund zu "entlassen", wie es Herr Seelheim in seinem Kommentar so schön umschrieben hat, ist darüber hinaus rechtlich überhaupt nicht möglich, weil es hierfür bis dato gar keine rechtliche Grundlage gibt und somit auch gar keine "theoretische Gebrauchanweisung" vorhanden ist, wie denn wohl so ein mögliches Prozedere überhaupt ablaufen könnte.

Nachzulesen im Übrigen in der Ausgabe der Financial Times Deutschland vom 11.05.2011.

Also insofern ist die Theorie von Herrn Seelheim, dem grandiosen Chefredakteur der NWZ (!), bereits vom Ansatz her gescheitert!

Aber gehen wir einmal davon aus, dass der Ansatz von Herr Seelheim umgesetzt werden könnte und Griechenland würde aus der Währungsunion rausgeschmissen werden und würde seine Drachme wieder einführen.

Was würde ein derartiges Ereignis für die Weltpolitik und die Finanzmärkte bedeuten?

Zuerst würden die Finanzmärkte sich fragen, wer wird wohl der Nächste sein?

Der Spekulationstopf ist aufgemacht und die Frage lautet: Ist morgen Irland dran, Portugal, Spanien oder womöglich übermorgen schon Italien?

Unter diesen Bedingungen Staatsanleihen der eben genannten bereits schwer angeschlagenen Euroländer erfolgreich zu akzeptablen Konditionen an den Finanzmärkten zu platzieren, dürfte auch einem Laien klar sein, dass dies so gut wie unmöglich werden würde.

Die Folge für Deutschland: Die Europäische Zentralbank (EZB) müsste von noch mehr Ländern so genannte "Schrottanleihen" aufkaufen, was für Deutschland wiederum bedeuten würde, weitere Milliarden an die EZB zu überweisen, damit die EZB liquide bleibt und kein Eurostaat pleite geht!

Nur wie lange könnte Deutschland bei seiner Schuldenlast von rund 2 Billionen Euro sich diese "Transferunion" noch leisten, zumal sie bereits auch seid geraumer Zeit die Maastrichter Kriterien, auch auf unabsehbarer Zeit zukünftig (!), regelmäßig nicht erfüllt, weil unser Staatsdefizit zum Bruttoinlandsprodukts (BIP) nicht bei 60 Prozent liegt, sondern inzwischen bei 82 Prozent … Tendenz steigend?

Hinzu kommt, dass bei einer möglichen Einführung der Drachme in Griechenland es ein Run auf die griechischen Banken geben würde, weil alle Griechen sich den Euro sichern würden und nicht eine abgewertete "weiche" Drachme.

Die logische Folge: Die Banken Griechenlands wären über Nacht komplett (!) pleite.

Als die amerikanische Bank Lehman Brothers im September 2008 Pleite ging löste dies weltweit die größte Finanzkrise aus, von der sich bis heute die Weltwirtschaft noch nicht wieder erholt hat.

Dies bei einer Bank, liebe Leser!

Was für eine Finanzkrise würde uns wohl erwarten, wenn alle Banken eines Staates über Nacht Pleite gehen würden?

Kaum vorstellbar, was der NWZ Chefredakteur Rolf Seelheim in seiner Kommentierung da für einen Weg für sich und seine Leser favorisiert!

Es kommt aber noch besser falls die Träumereien eines NWZ Chefredakteurs Rolf Seelheim Realität werden würden.

Denn sollte Griechenland seine Drachme einführen, würde lt. JP Morgan die EZB rund 140 bis 150 Milliarden Euro als Sicherheiten für Kredite an griechische Banken in Form von Staatsanleihen in den Wind schreiben können, weil sie nichts mehr wert wären.

Davon trägt der Deutsche Steuerzahler 27,1 Prozent, also rund 40 Milliarden.

Wir erinnern uns, dass Schäuble noch nicht einmal für eine Steuerentlastung 7,5 Milliarden Euro in der Kasse hat, damit die FDP ihr Wahlversprechen zumindest ansatzweise gegenüber seinen Wählern ein lösen könnte.

Aber auch die deutschen Banken haben sich in Griechenland über die Jahre schwer mit faulen Krediten an Griechenland direkt eingedeckt.

Kostenvolumen rund 22 Milliarden, wie es in der Financial Times Deutschland vom 20.04.2011 nachzulesen ist.

Landesbanken, Hypo Real Estate, Commerzbank, etc. die alle am Tropf des Steuerzahlers hängen, bitten beim "Deutschen Michel" erneut zur Kasse!

Klar dürfte ebenfalls sein, dass ein Land, was ohnehin durch die erhöhten Sparanstrengungen wirtschaftlich am Boden liegt, endgültig weit über ein Jahrzehnt in jeder Hinsicht sowohl politisch, wie auch wirtschaftlich bankrott wäre mit einem zusammengebrochenen Bankensystem.

Wenn kein Geld mehr fließt ist Griechenland in jeder Hinsicht über Jahre wirtschaftlich und politisch fertig!

Argentinien lässt schön grüßen!

Es wird wohl darauf hinaus laufen, dass die EU zu einer Transferunion umgestaltet wird, ob direkt oder indirekt, aber wer will das schon wissen, angesichts dieser düsteren Aussichten für die Zukunft!

Reiche Länder, wie Deutschland, Frankreich, etc., werden ärmere Länder, wie Griechenland, Irland, Portugal, etc., weiterhin mit Milliarden Euro unterstützen müssen (!) die in der Vergangenheit über ihre Verhältnisse gelebt haben, bzw. schon beim Eintritt in die Währungs- und Wirtschaftsunion mit Wissen von Brüssel (!) mit falschen Wirtschaftszahlen sich ihren Eintritt ergaunert hatten.

Aber Deutschland sollte sich nicht beschweren!

Denn das es soweit kommen konnte, lag auch daran, dass man in Brüssel über ein Jahrzehnt seiner Aufsichtspflicht nicht nachgekommen ist und einfach weggeschaut hat, obwohl es sehr wohl entsprechende deutliche Signale aus den Krisenländern gegeben hat.

Allen voran Griechenland.

Das bis heute Einsparpotentiale am Beispiel Griechenland nicht umgesetzt wurden, zeigt einmal mehr, wie lasch in Brüssel, aber auch von den Geberländer, wie Deutschland, auf Griechenland eingewirkt wird.

Oder wie ist es zu erklären, dass Griechenland noch keine nennenswerten Immobilienverkäufe, die sich im Staatseigentum befinden, verkaufen konnte, obwohl Griechenland selbst von den 300 Milliarden Euro Immobilienbesitz, die sich in Staatsbesitz trotz Bankrotterklärung nach wie vor befinden (!), mindestens 50 Milliarden zur Tilgung ihrer Staatsschuld verkaufen wollte?

Ebenso ist es absolut unerklärlich, dass griechische Staatsdiener 16 Monatsgehälter erhalten und es nach wie vor zum Beispiel, wie es in Deutschland allgemein üblich ist, keine Grunderwerbsteuer gibt.

So ist es kein Wunder, dass Griechenland zwar die Staatsausgaben senken konnte, aber seine Steuereinnahmen nicht erhöht hat.

Dies liegt zwar zum Teil auch daran, dass die Wirtschaft in Griechenland sich in einer Rezession befindet und durch einen Rückgang der Wirtschaft weniger Steuern einnehmen konnte, aber auch daran, dass es in diesem Staat an der nötigen Steuerdisziplin fehlt.

Der griechische Begriff "Fakelaki" lässt schön grüßen!

Wenn über Jahrzehnte ausstehende Steuereinnahmen in Griechenland mit einem "Briefumschlag" an den Steuerbeamten unter dem Tisch vom Steuerschuldner beglichen werden konnte, ist es schwer vorstellbar, dass der gleiche Beamate (!) nun gegenüber seinen Steuerschuldner korrekt die ausstehenden Steuern eintreibt, oder liebe Leser?

Aber sei es drum!

Es wird seine Zeit brauchen und diese Zeit wird man Griechenland & Co. geben müssen und auch geben durch eine verlängerte Kreditzusage und entsprechend geringere Zinsen, damit unter anderem Griechenland, wenn überhaupt (!), wieder auf die Beine kommt!

Es kann aber auch sein, und vieles spricht dafür, wenn man sich die Staatsverschuldung in Griechenland in Höhe von rund 150 Prozent des BIP vor Augen hält und dagegen eine schwache Industrie die nur aus Tourismus und Schiffsbau besteht, womit dieser Staat auch in Zukunft kaum zu bezahlen ist, dass Deutschland & Co. Griechenland in den nächsten Jahrzehnten durchschluren müssen, wie in unserem Land das Saarland oder auch Bremen finanziell auf Lebzeiten durch reiche Bundesländer, wie Bayern oder Baden Württemberg, unterstützt werden müssen.

Eben sowenig wie man sich vorstellen könnte Bremen oder das Saarland aus der Bundesrepublik Deutschland auszuschließen, weil sie eigentlich bankrott wären, ohne die Gelder aus den übrigen Geberbundesländern, muss man sich es nun vergleichsweise so vorstellen, dass Griechenland das Saarland der Europäischen Währungsunion wäre und niemals ausgeschlossen werden könnte, selbst wenn man wollte, weil dies schon rein rechtlich gar nicht gehen würde, obwohl uns dies der NWZ Chefredakteur Rolf Seelheim in seinem Kommentar so gerne verkauft hätte!

Fazit:

Ein Rausschmiss Griechenlands aus der Währungsunion ist rechtlich nicht möglich.

Ein Ausschluss aus der EU wäre der sichere Untergang der Wirtschafts- und Währungsunion in Europa. Weltweit würde ein Ausschluss Griechenlands aus der EU eine Wirtschaftskrise nach sich ziehen, dagegen ist die Krise, ausgelöst durch die Pleite von Lehman Brothers, nur ein laues Lüftchen im Verhältnis zu dem, was uns erwarten würde, wenn der irrsinnige Vorschlag von Herrn Seelheim Realität werden würde und man Griechenland den Euro verweigern würde.

Staatspleiten der schon jetzt angeschlagen Länder, wie Portugal, Spanien, etc. wären möglich und durchaus realistische Kettenreaktionen deren Ausmaß man sich besser nicht vorstellen sollte.

Milliarden Euro Zahlungen an die EZB und die übrigen bekannten Wackelkandidaten von Geberländern, wie zum Beispiel Deutschland, wären die logische Folge.

Billig wird diese EU für Deutschland so oder so nicht, aber sind wir einmal ehrlich, liebe Leser, profitieren wir nicht auch von der Griechenlandkrise?

Griechenland zahlt überdurchschnittlich hohe Zinsen für seine Kredite auch an Deutschland.

Dadurch das der Europäische Leitzins so historisch tief ist, können auch wir unsere Staatsanleihen zu günstigen Zinskondition am Markt anbieten, was bei weit höheren Zinsen, angesichts unserer rund zwei Billionen Staatsverschuldung, Schäuble Milliarden Euro an zusätzlichen Kreditzinsen kosten würde!

Hinzu kommt, dass wir, sofern wir unsere D-Mark behalten hätten, diese gegenüber den übrigen Währungen so hoch aufgewertet worden wäre, dass unsere Waren im Ausland exorbitant überteuert sein dürften und wir echte Schwierigkeiten gehabt hätten, unsere Waren im Ausland an den Mann zu bringen.

Wer weiß das schon, ob das jetzige Übel Griechenland, Portugal, Irrland, etc. nicht das vermeintlich kleinere Übel ist im Verhältnis zu den übrigen Lösungsvorschlägen die zur Zeit durch die Medien geistern. Stichwort: Umschuldung, was ein Verlust für Gläubiger in Milliardenhöhe bedeuten würde, woran auch Deutsche Steuerzahler zur Kasse gebeten werden würden!

Was jetzt hilft, ist nur noch beten und hoffen, dass solche wahnwitzigen Vorschläge eines Chefredakteurs mit dem Namen Rolf Seelheim dort hinkommen, wo sie hingehören: In die Verbrennungsanlage, damit sie auch für die Nachwelt für immer vernichtet werden und ja nicht wieder auftauchen, damit nicht irgend ein anderer Pharisäer daher kommt und so einen Blödsinn öffentlich herausposaunt um die Volksverdummung in Deutschland noch weiter voranzutreiben, wenn man dies überhaupt noch kann.

Denn 58 Prozent der Deutschen wünschen sich lt. einer Studie im Fokus vom Mai 2010 nach wie vor eine Rückkehr des ehemaligen Bundesverteidigungsministers Karl-Theodor zu Guttenberg in den Bundestag, der eindeutig des Plagiatsbetrugs überführt wurde und als einer der größten Blender Deutschlands in die Geschichte eingegangen ist.

Der "Deutsche Michel" ist weltweit an Blödheit kaum mehr zu überbieten!

Euer

Uwe Brandhorst

P.S.: Sämtlichen Äußerungen, Behauptungen, etc. in dieser Kolumne und der aus der Vergangenheit sind persönliche Meinungen des Unterzeichners und seiner Mitstreiter und
keine Tatsachenbehauptungen, um damit vorsorglich Medienjuristen die Möglichkeit zu nehmen, durch juristische Spitzfindigkeiten Prozesse anzuzetteln, um den überlasteten Gerichten und uns die Zeit zu stehlen, für Nebenkriegsschauplätze, die ohnehin niemanden interessieren bzw. den Kern der Aussagen dieser Internetveröffentlichung, nach unserer persönlichen Auffassung, verfehlen.




Zitat Napoleon der I. sagte einmal:
" Nicht diejenigen sind zu fürchten, die anderer Meinung sind, sondern diejenigen, die anderer Meinung sind und zu feige , es zu sagen. "