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Wenn Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann vor allem das Recht, anderen Leuten zu sagen, was sie nicht hören wollen. George Orwell engl. Schriftsteller |
Auf ein Wort liebe Wardenburger |
aktualisiert am: 23.01.2012 |
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Auf ein Wort liebe Wardenburger! Auch wenn das neue Jahr schon einige Zeit ins Land gegangen ist, möchten wir allen unseren Lesern vorab ein frohes neues Jahr 2012 wünschen. Soviel Zeit sollte bei allem Ernst der Lage sein. Gerne würden wir heute über die NWZ schreiben und über unseren Brief an die Gräfin von Bothmer. Aktuelle Ereignisse zwingen uns jedoch noch eine Woche abzuwarten und uns erst einem anderen Thema zuzuwenden, was uns ebenfalls sehr am Herzen liegt. Zugegeben, wir hatten nicht mehr damit gerechnet hierüber überhaupt noch berichten zu können, weil wir zu Beginn unserer Weihnachtspause vermuteten, dass sich unser heutiges Thema bis zum Wiederbeginn unserer wöchentlichen Veröffentlichung dieser Kolumne erledigt hätte. Weit gefehlt! Unser Bundespräsident Christian Wulff sitzt nach wie vor im Schloss Bellevue! Was wir von diesem Bundespräsidenten bisher gehalten haben, ist eingefleischten Lesern unserer Kolumne hinreichend bekannt und im Grunde genommen fühlen wir uns in unserem Urteil, schon zu seiner Wahl zum Bundespräsidenten, voll und ganz bestätigt. Er kann es nicht und nach diesen Enthüllungen wird er es auch niemals mehr können. Warum? Für diejenigen Leser unter uns, die nach wie vor unserem Bundespräsidenten eine zweite Chance geben wollen, was lt. einer Umfrage immerhin rund 50 Prozent der Bundesbürger sein sollen (!), sollten sich folgende Argumente einmal ernsthaft durch den Kopf gehen lassen und hoffentlich nach unseren Ausführungen ihr Urteil revidieren. Was ist das für ein Bundespräsident, der über soviel Intelligenz verfügt, indem er es für richtig hält, seinen Unmut über eine angekündigte Veröffentlichung in der Bild Zeitung auf einen Anrufbeantworter des zuständigen Chefredakteurs voll zu quatschen, was anschließend auch noch als Beweismittel für Chefredakteure anderer Zeitungen, sowie für die breite Öffentlichkeit, oder womöglich sogar auch noch als Beweismittel einer gerichtlichen Auseinadersetzung, dienen könnte? Jeder der nur über etwas Verstand verfügt, dem dürfte klar sein, dass man derartige Inhalte, wenn überhaupt (!), nur unter Vieraugen bespricht und nicht auf einen Anrufbeantworter, wo jeder mithören kann, was gesagt wurde und dies auch noch nach Wochen, nach Monaten, nach Jahren! Mit anderen Worten: Ein Bundespräsident, wohl bemerkt unser Staatsoberhaupt (!), der Drohungen auf einen Anrufbeantworter eines Chefredakteurs der auflagenstärksten Zeitung ausspricht, kann nicht mit viel Weisheit und geistiger Weitsicht gesegnet sein! Man fasst es nicht! Natürlich kann man sich als Politiker einen Privatkredit von einem guten Bekannten geben lassen. Auch kann dieser Kredit in Höhe von einer halben Million und höher oder ggf. auch niedriger ausfallen, sofern es erforderlich ist. Hiergegen ist nichts einzuwenden. Verwerflich ist jedoch, dass unser heutiger Bundespräsident Christian Wulff, als damaliger Ministerpräsident in Niedersachsen, diesen Kredit gegenüber einer Anfrage der Grünen verschwieg, indem er geschäftliche Kontakte zu dem Unternehmer Geerkens nicht eingestand, obwohl er hierzu präzise befragt wurde. Das dieses Verhalten, im Übrigen auch aus der Sicht des damaligen Ministerpräsident Christian Wulff (!), gegenüber dem Niedersächsischen Landtagsabgeordneten unredlich war und auch vom Bundespräsidenten selbst inzwischen als bedauernswerter Fehler eingestanden wurde, wurde spätestens in dem Augenblick auch der breiten Öffentlichkeit klar, als der Privatkredit aus dem Hause Geerkens in einen Bankkredit umgewandelt wurde. Das unser Bundespräsident seinen Privatkredit in ein bankübliches Darlehn umwandelte ist ebenfalls nicht verwerflich. Wenn jedoch Herr Wulff auf Grund seines Amtes, und dies wohl bemerkt
nur auf Grund seiner hohen gesellschaftlichen Stellung in unserm Land
(!), bessere Kreditkonditionen bekommen hat als Lieschen Müller von
Nebenan und hier durch jährlich rund 6.500,00 Euro Zinsen gegenüber
Lieschen Müller von Nebenan weniger für sein Darlehn bezahlt
hat, möchte man dem Staatsrechtler Hans Herbert von Armin mehr glauben,
der in der Financial Times Deutschland vom 19.01.2012 sagte, dass Herr
Wulff gegen das Niedersächsische Ministergesetz als auch gegen die
Landesverfassung verstoßen hat. Wer der Presse so droht, wie es unser Bundespräsident es "eindrucksvoll" getan hat, muss sich nicht wundern, wenn er nicht mehr mit Glacehandschuhen von den Chefredakteuren der verschiedenen Verlage angepackt wird. "Fertig machen" kann man im Übrigen nur Die- oder Denjenigen, der genügend Anlass dazu bietet. "Und mit Verlaub gesagt, lieber Herr Bundespräsident Christian Wulff, dazu bieten Sie reichlich Anlass!" Im Zeitalter des Internets, wo man per Mausklick rund um die Welt an alle Daten gelangen kann, und dies sogar auch inbegriffen an alle illegal eingespeiste Informationen im Netz(!), wann immer sie ins Netz eingestellt wurden, davon zu träumen, dass "dieses Stahlgewitter bald vorbei sei" und in spätestens zwei Jahren alles vergessen sei, wie es unser Bundespräsident gegenüber Dritten beim Neujahrsempfang seiner Mitarbeiter erklärt haben soll, zeigt einmal mehr, dass unser Bundespräsident in jeder Hinsicht seine Bodenständigkeit verloren hat, sofern er sie jemals besessen hat und somit ganz offensichtlich noch nicht einmal ansatzweise weiß, wovon er redet! Vergessen sollte man auch nicht, dass die sonstigen "Annehmlichkeiten" die unser Bundespräsident Christian Wulff von seinen "Gönnern" erhalten hat, wie z.B. sechs Gratisurlaube unter anderem in Spanien, Florida, Mallorca, etc., Übernahme von Zusatzkosten für eine Suite in einem Hotel auf dem Oktoberfest, 42.000,00 Euro für persönliche Anzeigenwerbungen für die Veröffentlichung eines Privatbuches mit dem süffisanten Namen "Besser die Wahrheit", usw., usw., usw., für sich alleine gesehen, sofern ein einfacher Bediensteter im Öffentlichen Dienst derartige "Annehmlichkeiten" vergleichsweise von Dritten entgegengenommen hätte, mit Abmahnungen oder Entlassungen geahndet worden wären, weil es sich um Präsente gehandelt hätte, die den Wert von 25,00 Euro übersteigen würden, was einen eindeutigen Verstoß gegen das Korruptionsbekämpfungsgesetz darstellen würde. Und nun rutscht unser Bundespräsident in die nächste Affäre auf Zentis Marmeladenkonfitüre aus, weil er sich eine Übernachtung in dem Hotel "Bayrischer Hof" finanzieren ließ und die Grünen im Niedersächsischen Landtag fordern nun nicht nur den Bundespräsidenten öffentlich zum Rücktritt auf, sondern bezeichnen ihn obendrein vollkommen ungeniert vor laufender Kamera als Lügner. Gleichzeitig erwägt nun auch noch die Niedersächsische SPD
gegen den Bundespräsidenten Klage vor dem Bundesverfassungsgericht
zu erheben, weil der Bundespräsident als damaliger Ministerpräsident
die Landtagsabgeordneten vor dem Niedersächsischen Landtag absichtlich
falsch informiert haben soll. Unser Staatsoberhaupt, die vermeintlich moralische Instanz unserer Gesellschaft, ein Lügner und steht demnächst vor Gericht! Das ist einzigartig in der langen Ahnenreihe unserer Bundespräsidenten! Derweil steht auch noch der jahrelange engste Vertraute unseres Bundespräsidenten Christian Wulff, Olaf Glaeseker, unter Verdacht der Bestechlichkeit, weil sich der "Siamesische Zwilling" unseres Bundespräsidenten Christian Wulff vom Eventmanager Manfred Schmidt, unter anderem für den "Nord-Süd-Dialog", bestechen lassen haben soll. Dass hiervon der damalige Niedersächsische Ministerpräsident und heutige Bundespräsident Christian Wulff nichts gewusst haben will, mag glauben wer will. Fakt bleibt jedoch, dass auch bei dieser Affäre um den engsten Vertrauten unseres Bundespräsident Christian Wulff, Olaf Glaeseker, unser Staatsoberhaupt schlecht aussieht, weil er angeblich nicht sah, was er als oberster Landesvater hätte sehen müssen. Wenn ein Bundespräsident in einem Atemzug mit Bestechlichkeit, Korruptionsbekämpfungsgesetz, Vorteilsnahme, zweifache öffentliche Entschuldigungen gegenüber den Deutschen Bürgern vor laufenden Kameras, Klage vor dem Niedersächsischen Staatsgerichtshof genannt wird, ist der Rücktritt eigentlich eine logische Konsequenz. Jeder weiß es in diesem Land, außer ganz offensichtlich unser Bundespräsident Christian Wulff (!) der sich darüber hinaus immer mehr, trotz einer üppigen Besoldung als Ministerpräsident und nun auch als Bundespräsident, als Pfennigfuchser und Schnäppchenjäger entpuppt! Ein erbärmlicher Zustand, der seines Gleichen sucht und nach einer längst überfälligen Korrektur schreit: Rücktritt! Bemerkenswert aber auch, wie Kritiker, z.B. vom Parlamentarischen Generalsekretär der CDU Herrn Altmaier, mit dem fadenscheinigen Argument zum Schweigen gebracht werden sollen, dass jede weitere Kritik am Bundespräsidenten das Bundespräsidialamt im Ansehen der Öffentlichkeit beschädigen würde. Es ist uns neu, wie man ein Amt beschädigen kann. Wie beschädigt man ein Amt? Durch bloße Missachtung, körperliche Gewalt in Form von Faust- und Kopfschlägen oder reichen verbale Entgleisungen aus? Mit Sicherheit nicht. Beschädigt durch angemessene Kritik kann nur der Amtsinhaber eines Amtes werden, aber niemals das Amt selbst. Oder wer glaubt ernsthaft nicht, das ein möglicher Nachfolger unseres heutigen Bundespräsidenten Christian Wulffs mit dem Charisma und der Ausstrahlungskraft im öffentlichen Auftritt und in der Wahl seiner Worte dieses Bundespräsidialamt nicht im Handumdrehen den nötigen Glanz zurückgeben könnte, den es zu Zeiten eines Bundespräsidenten Richard von Weizsäckers hatte? Es ist keine Frage des Amtes, welchen Glanz es ausstrahlt, sondern immer eine Frage des Amtsinhabers, wie er sein Amt wahrnimmt und ausübt und somit dem Amt das Ansehen verschafft, wie es in der jeweiligen Amtszeit des amtierenden Amtsinhabers von der breiten Öffentlichkeit wahrgenommen wird. Abschließend möchten wir noch auf die Glaubwürdigkeit des Bundespräsidenten zu sprechen kommen. Wie sehr die Glaubwürdigkeit unseres Bundespräsidenten Christian
Wulff in den vergangnen vier Wochen gelitten hat, sieht man allein darin
begründet, dass das Wort des Bild Chefredakteurs Kai Diekmann mehr
Gewicht in der Öffentlichkeit hat, als das Wort unseres Staatsoberhauptes
und Bundespräsidenten Christian Wulff. Erinnern wir uns an den Vorfall, wonach unser Bundespräsident Christian Wulff auf dem Anrufbeantworter vom Bild Chefredakteur Kai Diekmann gesagt haben soll, wie der Bundespräsident es auf seiner legendären Entschuldigungssendung von ARD und ZDF öffentlich eingestanden hatte, dass er, unser Bundespräsident, unter anderem dem Bild Chefredakteur Kai Diekmann darum gebeten hatte, dass der ausstehende Bericht über die Kreditaffäre um einen Tag verschoben werden sollte. Dies bestritt der Bild Chefredakteur Kai Diekmann unmittelbar nach Ausstrahlung der Gemeinschaftssendung von ARD und ZDF. Der Bild Chefredakteur Kai Diekmann korrigierte jedoch diese strittige Aussage von unseren Bundespräsidenten Christian Wulff zu einem späteren Zeitpunkt, dass Herr Wulff in der Tat um die Veröffentlichung des Berichtes über die Kreditaffäre um einen Tag Verschiebung gebeten hatte. Alle haben dem Bild Chefredakteur Kai Diekmann geglaubt und keiner unserem
Staatsoberhaupt und Bundespräsidenten Christian Wulff! Das sagt eigentlich alles, wie es um die Person und hier insbesondere um die Glaubwürdigkeit unseres Bundespräsidenten Christian Wulff bestellt ist! Wer zur Ausübung seines Amtes nur die Macht des Wortes und seine Glaubwürdigkeit in die Waagschale werfen kann und mit diesen Eigenschaften noch nicht einmal gegenüber einen Chefredakteur der Bildzeitung bestehen kann, sollte als Amtsinhaber bei Erlangung dieser simplen Erkenntnis den folgerichtigen Schluss ziehen und seinen Sessel räumen. Euer Uwe Brandhorst P.S.: Sämtlichen Äußerungen,
Behauptungen, etc. in dieser Kolumne und der aus der Vergangenheit sind
persönliche Meinungen des Unterzeichners und seiner Mitstreiter und
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| Zitat | Napoleon
der I. sagte einmal: " Nicht diejenigen sind zu fürchten, die anderer Meinung sind, sondern diejenigen, die anderer Meinung sind und zu feige , es zu sagen. " |
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