Wenn Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann vor allem das Recht, anderen Leuten zu sagen, was sie nicht hören wollen.
George Orwell engl. Schriftsteller

Auf ein Wort

liebe Wardenburger

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Uwe Brandhorst Wardenburg, den 19.09.2010
Hardenbergstr. 5
26203 Wardenburg
Tel. 04407/6369
Fax 04407/8459

Auf ein Wort liebe Wardenburger!

Eine gewisse Abgebrühtheit muss als besondere Eigenschaft ganz offensichtlich wohl ein Chefredakteur mitbringen, um in diesem Geschäft zu überleben bzw. in der Branche im Gespräch zu bleiben.

Wir wissen nicht, ob wir dieses Fell hätten, sich so öffentlich zu präsentieren mit dem Wissen im Hinterkopf sich exakt selber in der Vergangenheit über Jahre (!) bis zum heutigen Tag falsch verhalten zu haben, aber dieses eigene Fehlverhalten gegenüber Dritten öffentlich kritisiert, die sich genauso falsch verhalten haben, wie man selbst.

Wenn man dann noch weiß, dass da in Wardenburg einige Herrschaften sitzen, die genau auf solche Doppelzüngigkeiten warten, um dieses Biedermannverhalten anschließend öffentlich anzuprangern, dann ist das von dem Betroffenen entweder nicht besonders intelligent sich so zu verhalten, oder eine Arroganz der Extraklasse bzw. eine Dickfälligkeit frei nach dem Motto: Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern!

Die Rede ist von unserem "Freund" Rolf Seelheim, dem NWZ Chefredakteur, die "leuchtende Eminenz" in dieser Region in Sachen vertuschen, verheimlichen und unter den Teppich kehren.

So brachte es diese "Kapazität des deutschen Journalismus" einmal mehr zustande eine Kommentierung in seiner Zeitung auf Seite vier am 16.09.2010 zu veröffentlichen, wo Kenner der Szene sich zu recht die Frage stellen: Wie kann man so borniert und eingebildet sein, dass man meint, man kommt mit so einem Biedermannverhalten durchs Loch!

Um was geht's?

Herr Rolf Seelheim veröffentlichte als "Oberhaupt" der NWZ Chefredaktion - man stelle sich das einmal vor (!) - folgenden Wortlaut:

" (…) Das große Versäumnis der Vergangenheit war, dass die Energiekonzerne es immer wieder versäumten, die Öffentlichkeit schnell und umfassend (…) zu informieren. Es wurde getrickst, getäuscht und verharmlost. (…) Nur Transparenz und die uneingeschränkte Information der Öffentlichkeit (…) kann (…) ein Mindestmaß an Akzeptanz erzielen (…)".

Was für ein Ausspruch!

Lassen wir uns diese Schlagworte nochmals auf der Zunge zergehen aus dem Munde eines NWZ Chefredakteurs mit dem Namen Rolf Seelheim:

"Umfassend informieren", "getrickst, getäuscht und verharmlost", "Transparenz", "uneingeschränkte Information der Öffentlichkeit".

Machen wir uns einmal den Spaß die gesamte Angelegenheit in den Gerichtssaal zu verlegen und dort den Wortbeiträgen eines Richters zu lauschen der die Anklageschrift verließt:

"Angeklagter Rolf Seelheim bekennen Sie sich öffentlich für schuldig im Sinne der Anklage, die Öffentlichkeit nicht "umfassend informiert" zu haben, dass das Bundeskartellamt mit einer Abordnung von Polizeibeamten und unter Begleitung der Staatsanwaltschaft über 100 Aktenordner in Ihrem Haus, der NWZ in der Peterstrasse in Oldenburg, beschlagnahmt zu haben?"

"Angeklagter Rolf Seelheim bekennen Sie sich öffentlich für schuldig im Sinne der Anklage, dass Ihre Vorgesetzten und die Eigentümerfamilien der NWZ "Köser, von Bothmer & Co." beim Aufkauf von konkurrierenden Zeitungsverlagen rechtswidrig am Bundeskartellrecht vorbei gehandelt haben und hierbei "getrickst, getäuscht" haben und Sie als NWZ Chefredakteur diesen Skandal bis heute gegenüber Ihren Lesern verschwiegen haben und somit den Tatbestand der "Verharmlosung" im vollem Umfang erfüllt haben?"

"Angeklagter Rolf Seelheim bekennen Sie sich öffentlich für schuldig im Sinne der Anklage, als NWZ Chefredakteur ihrer journalistischen Aufgabenpflicht zu keinem Zeitpunkt gegenüber Ihren Lesern Ihrer Zeitung nachgekommen zu sein, dass Sie als NWZ Chefredakteur der "uneingeschränkten Information an die Öffentlichkeit" nicht nachgekommen sind, als der NWZ Konzern um "Gathmann, Siedenbiedel, Köser, von Bothmer & Co.", als Hauptverantwortliche des NWZ Konzerns, vom Bundeskartellamt rechtskräftig schuldig gesprochen wurden, die rechtswidrig erworbenen Zeitungsverlage wieder zu verkaufen und für ihr rechtswidriges Verhalten 2,7 Millionen Euro Bußgeld an das Bundeskartellamt zahlen mussten?"

"Angeklagter Rolf Seelheim bekennen Sie sich öffentlich für schuldig im Sinne der Anklage, dass Sie nicht nur in diesem Einzelfall, sondern auch in vielen weiteren Fällen ihrer Berichterstattung (Stichwort: z.B. niedersächsisches Mediengesetz, etc.) für wenig "Transparenz" gesorgt haben, um Ihre Leser umfassend und neutral zu informieren?"

"Angeklagter Rolf Seelheim, wann bekennen Sie sich öffentlich für schuldig im Sinne der Anklage und treten als NWZ Chefredakteur endlich zurück, weil Sie in unseren Augen nicht nur eine Schande für Ihre Branche sind, sondern Ihre Kommentierungen ein Schlag ins Gesicht für alle diejenigen sind, die genau das machen, was sie nach unserer Meinung nicht machen: "Umfassend informieren" ohne zu "tricksen, zu täuschen und zu verharmlosen" und somit für die nötige "Transparenz" zu sorgen, damit die "Öffentlichkeit uneingeschränkt" über Ihren "NWZ Laden" informiert" wird?"

"Angeklagter Rolf Seelheim wir bekennen Sie öffentlich für schuldig im Sinne der Anklage in allen Punkten!"

Wenn man sich dann als Leser noch die Überschrift des zitierten Kommentars von Herrn Seelheim vor Augen hält kommt man unweigerlich zu dem Ergebnis, dass wenigstens in diesem Punkt es eine gewisse Gemeinsamkeit zwischen dem Kommentar von Herrn Seelheim und unserer heutigen Kolumne gibt, weil diese Überschrift des Kommentars von Herrn Seelheim auch auf unsere Kolumne hätte zutreffen können.

Die Überschrift lautet: "Sprengsatz!"

Die Überschrift "Sprengsatz" konnte Herr Seelheim zu seiner Kommentierung kaum makaberer betiteln, wenn er anderen Fehlverhalten vorwirft, was er selber nachweislich (!) nicht einhält.

Themenwechsel!

Ganz ohne Thilo Sarrazin kommen wir auch heute nicht aus!

Wir haben in unserer vorletzten Ausgabe ja bereits dieses Thema kommentiert.

Dennoch meinen wir, nach den Ereignissen der letzten Woche müssen wir nochmals dieses Thema anreißen.

Es ist schon ein "Ding aus dem Tollhaus", was sich mehr oder weniger alle Beteiligten sich hier geleistet haben.

Eine Presse die zu Beginn dieses Skandals den Wald vor lauter Bäumen nicht sah und auf Herrn Sarrazin wegen seiner "Gentheorien", die auch wir für falsch halten, rumprügelten ohne das Kernproblem dieser öffentlichen Auseinadersetzung zu erkennen, nämlich die jahrzehntelange Verharmlosung einer politischen Fehlentwicklung unserer Zuwanderungs- und Asylpolitik.

Erst als die ersten Umfragewerte öffentlich bekannt wurden, dass die Öffentlichkeit zu 75 % hinter den Thesen von Herrn Sarrazin stehen würde, drehte sich das Meinungsbild in der breiten Medienlandschaft.

Die Medien avancierten in einer großen Anzahl zu Wendehälsen wie aus dem Bilderbuch!

Ein weiterer Skandal ist jedoch die Kündigung von Herrn Sarrazin aus dem Bundesbankvorstand bzw. besser gesagt: Die "Begleitumstände" dieses Kündigungsverfahren!

Was sich hier der Bundesbankvorstand, und allen voran der Bundesbankpräsident in "Zusammenarbeit" mit dem Bundespräsidialamt, sowie den Bundespräsidenten, Christian Wulff geleistet haben, ist entwürdigend und eine Schmierenkomödie die noch nicht einmal das untere Niveau eines "Drei-Groschen-Romans" standhalten könnte.

Ein Bundesbankvorstand sagt anfangs zu den Veröffentlichungen eines ihrer Bundesbankvorstandsmitglieder: "Was er sagt ist seine eigene Meinung!"

Daraufhin sagte der Bundespräsident Christian Wulff: "Ich glaube, dass jetzt der Vorstand der deutschen Bundesbank schon einiges tun kann, damit die Diskussion Deutschland nicht schadet - vor allem auch international."

Diese Vorverurteilung des Bundespräsidenten Christian Wulff gegenüber Herrn Sarrazin, die ihm im Übrigen gar nicht zustand als Bundespräsident (!), nahm unter anderem der Bundesbankpräsident Axel Weber wiederum zum Anlass und beantragte die Abberufung des Bundesbankvorstandmitgliedes Thilo Sarrazin, weil er sich durch seine Buchveröffentlichung gegenüber Ausländern diskriminierend geäußert haben soll.

Nun lag der "schwarze Peter" beim Bundespräsidenten Christian Wulff, der offensichtlich gar nicht mehr so erbaut davon war, einer Abberufung des Bundesbankvorstandsmitgliedes, Thilo Sarrazin, nachzukommen, weil Herr Sarrazin gerichtlich gegen eine mögliche Abberufung aus dem Bundesbankvorstand vorgehen wollte, was unter Experten durchaus eine berechtigte Chance gehabt hätte vor Gericht die Entlassung aus dem Bundesvorstand erfolgreich anzufechten.

In der Zwischenzeit ist dem Bundespräsidenten Christian Wulff wohl auch klar geworden, dass der Wind sich in der Medienlandschaft gedreht hatte und die Medien Front gegen die Entlassung von Herrn Sarrazin machten nicht zuletzt auch deshalb, weil der Bundespräsident Christian Wulff Herrn Sarrazin vorverurteilt hatte.

Und nun kam die Schmierenkomödie "Sarrazin" der besonderen Extraklasse!

Das Bundespräsidialamt soll angeblich ohne direkte Einwirkung des Bundespräsidenten Christian Wulff (!) hinter dessen Rücken, also ohne ausdrücklichen Auftrag des Bundespräsidenten Christian Wulff (!), zwischen dem Anwalt des Bundesbankvorstandsmitgliedes Thilo Sarrazins und der Bundesbank als "Mediator" vermittelt haben.

Mit anderen Worten:

Ranghohe Mitarbeiter des Bundespräsidialamtes, die dem Bundespräsidenten Christian Wulff direkt unterstellt sind, turnten angeblich (!) ohne Wissen des Bundespräsidenten in der Rechtskanzlei herum, die Herrn Sarrazin vertreten und verhandelten über eine Kündigung eines Mitarbeiters der nicht bei ihnen im Bundespräsidialamt beschäftigt ist, sondern bei der Bundesbank.

Natürlich glauben wir diese "Märchenstunde" aus der "Eliteschublade der deutschen Politik".

Können Politikeraugen lügen?

Ohne mit der Wimper zu zucken glauben wir auch, dass "Angie", unsere Bundeskanzlerin, über diese "innerparteilich, übergreifende Zusammenarbeit" verschiedener hochrangiger Beamtenbehörden zusammen mit einer privaten Rechtskanzlei zu keinem Zeitpunkt wusste, was da hinter den Kulissen für eine Seifenoper ablief.

Wie nun die Medien bloß darauf kommen können, wie es nun in verschiedenen Zeitungen, etc. nachzulesen bzw. zu hören ist, dass der Bundespräsident Christian Wulff höchst persönlich die Modalitäten von Sarrazins Ablösung "diktiert" haben soll, ist für den neutralen Beobachter vollkommen abwegig.

Welcher Schelm könnte denn solche böswilligen Gedanken in seinem Kleinhirn hegen?

Es ist doch wohl eher davon auszugehen, dass Mitarbeiter des Bundespräsidialamtes wahrscheinlich in ihrer Frühstückspause (!) aus freien Stücken (!) zu den Rechtsanwälten von Herrn Sarrazin gingen und ohne Vorlage (!), sowie Anweisungen (!) von ganz Oben über vier Stunden verhandelten (!), wie es aus der Zeitung "Die Welt" vom 16.09.2010 zu entnehmen ist.

Wer sollte hieran ernsthaft zweifeln?

Wenn man dann noch bedenkt, dass dann als Ergebnis dieser "Clownsveranstaltung" für Herrn Sarrazin eine Einigung heraus kam, dass der Bundesbankpräsident, Axel Weber, den Vorwurf, Herr Sarrazin hätte sich gegenüber Ausländern diskriminierend geäußert, zurück nahm, sowie dessen Antrag auf Entlassung aus dem Bundesbankvorstand, kann man Herrn Sarrazin nur noch zu diesem "goldenen Händedruck" beglückwünschen, zumal er mit sofortiger Wirkung eine um 1.000,00 Euro höhere Pension in Höhe von 10.000,00 Euro monatlich erhält, die ihm ohnehin erst ab 2014 zugestanden hätte.

Dem kleinen Malocher wird jedes Jahr wo er früher in Rente geht richtig Kohle kräftig von seinem hart erarbeitenden Altersruhegeld abgezogen und hier bekommt ein Beamter mal ganz nebenbei drei Jahre früher seine Pension in voller Höhe ausgezahlt, die ohnehin ein Normalsterblicher in dieser Größenordnung niemals kriegen würde, und als besonderes "Dankeschön" erhält Herr Sarrazin auch noch zusätzlich, zu seiner für uns überhöhte Pension, 1.000,00 Euro oben drauf!

Da kommt doch richtig Freude auf bei allen arbeitswilligen Parteiwählern unserer Gesellschaft die schön brav ihre Steuern zahlen, damit die da Oben in vier Stunden Verhandlung (!) solche Verträge aushandeln mit solchen Zugeständnissen, die beim Normalbürger eigentlich die logische Frage aufwerfen müsste:

"Wer tickt hier eigentlich nicht mehr ganz sauber?"

Euer

Uwe Brandhorst


P.S.: Sämtlichen Äußerungen, Behauptungen, etc. in dieser Kolumne und der aus der Vergangenheit sind persönliche Meinungen des Unterzeichners und seiner Mitstreiter und
keine Tatsachenbehauptungen, um damit vorsorglich Medienjuristen die Möglichkeit zu nehmen, durch juristische Spitzfindigkeiten Prozesse anzuzetteln, um den überlasteten Gerichten und uns die Zeit zu stehlen, für Nebenkriegsschauplätze, die ohnehin niemanden interessieren bzw. den Kern der Aussagen dieser Internetveröffentlichung, nach unserer persönlichen Auffassung, verfehlen.


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