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Wenn Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann vor allem das Recht, anderen Leuten zu sagen, was sie nicht hören wollen. George Orwell engl. Schriftsteller |
Auf ein Wort liebe Wardenburger |
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Uwe Brandhorst Wardenburg, den 14.02.2009 Auf ein Wort liebe Wardenburger! "Wo ist das Fax?" "Irgendwo muss doch das Fax sein!" "Ist doch nicht zu fassen, verflucht und zugenäht! Wo ist das Fax?" "Hat einer aus meinem Ministerium ein Fax von Michael gefunden, oder gesehen?" "Keiner?" "Ich glaub es ja nicht. Ich werd noch verrückt in diesem Laden!" "Wo ist bloß das Fax abgeblieben?" Vielleicht ist das Fax zu Hause bei mir angekommen und nicht in der Staatskanzlei. Ich ruf mal eben zu Hause an. "Hallo, Mausi! Hier ist Horst, Dein Bärchen! Sei doch mal so lieb und schau beim Faxgerät nach, ob dort ein Fax vom Michael Glos eingegangen ist." "Nein, Bärchen hier ist kein Fax angekommen, aber warte mal , ich glaube die Kinder waren heute Morgen beim Faxgerät und haben Papier gesucht um sich ein Papierflugzeug bauen zu können. Ich schau mal auf dem Frühstücktisch nach." "Beeil Dich, Mausi!" "Bärchen, hetzen kann ich auch nicht. Aber schau da, Bärchen. Ein Papierflugzeug neben dem Nutellabrötchen vom Spatzi. So ein schönes Papierflugzeug." "Mausi, ich hab jetzt keine Zeit für solche Späßchen! Ist das ein Fax vom Michael?" "Warte, Bärchen! Was regst Du Dich denn so auf? Ich schau doch schon." "Und, ist es das Fax vom Glos?" "Ja, mein Bärchen." "Und, was steht drin? Nun sag doch schon. Mein Gott das dauert!" "Ja! Ja! Ich beeile mich ja schon. Mein Gott Du bist heute aber auch wieder einmal ungeduldig!" "Und ?" " Jaaaa, nun warte doch. Ich hab's gleich! Nun hab ich es! Da steht drin, dass der Michael keine Lust mehr hat Wirtschaftsminister zu sein!" "Sonst nichts?" "Nein, mein Bärchen. Kommst Du heute Abend pünktlich zum Abendbrot? Und denk noch dran, dass Du heute noch eine Paprika und eine Salatgurke mitbringst. Du weist ja, mein Bärchen, heute ist unser Salattag, wegen Deinem zu hohen Blutdruck und was Dr. Markus Dir verordnet hat!" "Ja! Ja! Tschüß, Mausi!" "Tschüß, mein Bärchen! Bussi!" Als ich im Fernsehen die Pressekonferenz am Sonntag von Herrn Seehofer verfolgte und der bayrische Ministerpräsident der breiten Öffentlichkeit mitteilte, dass er verzweifelt das Fax über das Rücktrittsgesuch von Herrn Glos nicht in seiner Staatskanzlei finden konnte und höchst persönlich (!) auf die Suche ging, um das Fax zu finden, was Herr Glos privat zu Herrn Seehofer nach Hause geschickt hatte und nicht in die Staatskanzlei, war mir klar, von was für Chaoten wir regiert werden! Der von mir eben aufgezeigte Dialog zwischen Horst Seehofer, der bayrischen Staatskanzlei und seiner "Mausi" schoss mir sofort durch den Kopf, als Herr Seehofer in die Kameras sagte, er konnte anfangs das Fax von Herrn Glos nicht finden. In einer Zeit der größten Finanz- und Weltwirtschaftskrise die Deutschland jemals nach dem Krieg erlebt hat, geht ein bayrischer Ministerpräsident los und sucht ein Fax und sein Wirtschaftsminister hat kein Bock mehr auf das Wirtschaftsamt. Man glaubt es nicht! Da kämpfen Unternehmer gegen Umsatzeinbrüche von bis zu 30 Prozent Minus und mehr und unser Wirtschaftsminister Michael Glos spielt Spielchen in Form eines privaten Rachefeldzuges gegen Merkel, Seehofer und den Rest der CDU/CSU! Arbeitnehmer gehen in Kurzarbeit oder werden entlassen bzw. stehen kurz vor ihrer Entlassung. Viele Mitarbeiter von Betrieben haben Angst um ihren Arbeitsplatz. Zeitarbeitsverträge werden nicht mehr verlängert. Und abends vor dem Fernseher sieht man am Sonntag so eine Pressekonferenz eines Herrn Seehofer der ein Fax sucht! Und was sagt Herr Seehofer als erstes zum Rücktrittsgesuch von Herrn Glos? "Das Rücktrittsgesuch von Herrn Glos wird abgelehnt und er bleibt im Amt!" Wie viel Intelligenz muss man als Ministerpräsident besitzen, um zu so einem Ergebnis zu kommen, liebe Leser? Wenn in der freien Wirtschaft ein Arbeitnehmer seinem Arbeitgeber schriftlich (!) ankündigt, dass er auf seinem Job keine Lust mehr hat und entlassen werden möchte, hat dies zur Folge, dass der Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer exakt 5 Minuten Zeit gibt, seinen Schreibtisch leer zu machen und das Betriebsgelände auf dem kürzesten Weg zu verlassen. Ein Arbeitnehmer der von sich aus sagt, er hat keine Lust mehr zu arbeiten, der ist für jedes Unternehmen umgehend und unwiderruflich untragbar geworden. Nur in der Politik nicht. Da werden solche Schlaftabletten noch von einem Ministerpräsidenten (!) zum Durchhalten bis zum Ende der Legislaturperiode aufgefordert. Und dies auch noch vor laufender Kamera! Kopfschütteln reicht hier schon lange nicht mehr aus, um seinen Unmut über derartige Fehlleistungen in allen Belangen zum Ausdruck zu bringen. Da kocht es in mir hoch und ich bekomme Wutanfälle, wenn ich darüber hinaus daran denke, mit welchen fürstlichen Beamtenbezügen aus dem Steuersäckel diese lustlosen und inkompetenten Volksvertreter bezahlt werden. Und draußen tobt die größte Weltwirtschaftskrise aller Zeiten global um den Erdball. Aber unsere Volksvertreter suchen ein Fax und/oder haben keine Lust mehr! Der Knaller obendrein ist dann noch, dass Herr Glos nicht sein Rücktrittsgesuch an die Bundeskanzlerin Angela Merkel sandte, der er als Wirtschaftsminister eigentlich direkt unterstellt ist, sondern an Herrn Seehofer, der normaler Weise von Herrn Glos hätte nur in Kenntnis gesetzt werden müssen. Schlimmer kann man eine Vorgesetzte eigentlich nicht mehr öffentlich brüskieren, wie Herr Glos es gegenüber der Bundeskanzlerin Angela Merkel in Vollendung umgesetzt hat. Frei nach dem Motto: "Auge um Auge. Zahn um Zahn." Wer glaubt, dass bei dieser Wirtschaftskatastrophe weltweit alle an einem Strang ziehen, um möglichst glimpflich durch dieses Tal der Tränen zu kommen, sieht sich weit getäuscht. Unsere Bundeskanzlerin Angela Merkel bespricht Gegenmaßnahmen um diese Wirtschaftskrise noch einigermaßen glimpflich abfedern zu können, nicht mit ihrem Parteikollegen und Wirtschaftsminister Michael Glos, sondern mit ihrem Schuldenminister, Peer Steinbrück, aus der konkurrierenden Partei. Das soll verstehen wer will. Frau Merkel lässt ihren Wirtschaftsminister aus der eigenen Partei (!) vor der Tür und holt den größten Versager auf der Ministerbank des Bundestages rein, weil sie glaubt, so die Wirtschaftskrise am besten bekämpfen zu können. Frau Bundeskanzlerin Angela Merkel: "Schon die Wörter "Wirtschaftskrise" und "Wirtschaftsminister" verbindet das Wort "Wirtschaft". Es wäre durchaus überlegenswert, Frau Bundeskanzlerin Angela Merkel, das nicht nur diese beiden Worte etwas rein Buchstaben mäßig verbindet, sondern auch inhaltlich. Sie gehen daher nicht Fehl in der Annahme, dass man eine Wirtschaftskrise am besten dadurch bekämpft, indem man den Wirtschaftsminister hinzuzieht, der eigentlich etwas von "Wirtschaft verstehen sollte. Sonst wäre Herr Glos wohl kaum Ihr Wirtschaftsminister geworden!" Das zu allem Überfluss dann auch noch die Neubesetzung des Wirtschaftsministers mit Herrn von und zu Guttenberg versehen wird, der lt. Panorama soviel von der Wirtschaft versteht, wie ich vom Kühe melken - nämlich gar nichts -, rundet dieses gesamte Trauerspiel nur noch ab. Die Adelsfamilie von und zu Guttenberg soll lt. Panorama über eine Forstwirtschaft verfügen, in der Herr von und zu Guttenberg mit zehn Vornamen zwar schon einmal guten Morgen und guten Tag gesagt haben soll, aber gearbeitet hat Herr von und zu Guttenberg dort lt. Panorama noch nie. Mögliche wirtschaftliche Vorkenntnisse dürften bei Herrn von und zu Guttenberg wohl eher Mangelware sein. Keine wirtschaftliche Qualifikation beim Vertreter des deutschen Adels, was es wenigstens annähernd rechtfertigen könnte, diese anspruchsvolle und für die Deutsche Wirtschaft so wichtige Position auszufüllen. Ich würde daher vorschlagen, dass wir nach der Bundestagswahl eine Klofrau zur Wirtschaftsministerin im Bundestag vereidigen. Die hätte zumindest etwas mit Wirtschaft zu tun, weil sie ja auch mit Einnahmen und Ausgaben durch Klogänger zu tun hat. Nichts gegen die Branche der Klofrauen und -herren, aber bitte schön alles an seinem Platz. Dass zu allem Überfluss unser bayrische Ministerpräsident Horst Seehofer auf Nachfrage eines Journalisten der breiten Öffentlichkeit auch noch mitteilte, dass er lieber einen Herrn Bauer als Wirtschaftsminister nominiert hätte, als Herrn von und zu Guttenberg der bekanntlich ein Franke ist und diese Besetzung des Ministeramtes für den inneren Parteifrieden so besser ist, weil sich sonst die Franken in der CSU nicht richtig berücksichtigt sehen würden, wenn der zukünftige Wirtschaftsminister aus einem anderen Landkreis kommen würde, macht für jedermann deutlich, in was für einer Bananenrepublik wir inzwischen tatsächlich leben. Dazu fällt mir folgende Kurzgeschichte ein: Mitten in einer Großoffensive steht ein Verteidigungsminister während der Schlacht auf, packt seine Tasche und verabschiedet sich von seinen Offizieren mit den Worten: "Tschüß, Freunde! Ich gehe jetzt nach Hause, weil ich keine Lust mehr habe. Unser König hat mich in die Schlachtpläne nicht eingeweiht." Der Verteidigungsminister verfasst ein Schreiben über seine Lustlosigkeit und schickt diese Offerte nach Hause zur Geliebten des Königs. Derweil sitzt der König in seinem Schloss und die Hofnarren amüsieren sich köstlich über den ahnungslosen König der einen Krieg führt ohne seinen Verteidigungsminister. Liebe Leser, dies ist keine Aufführung aus einem "Drei-Groschen-Roman"! Dies ist das nackte Leben, wie wir es tagtäglich erleben. Das dumme ist nur, dass die da Oben ausgesorgt haben und wir hier Unten nicht nur ums Überleben kämpfen, sondern auch noch die Rechnung von denen da Oben präsentiert bekommen und sie zahlen müssen! That's Life oder der Offenbarungseid einer Bundesregierung in Vollendung! Mit freundlichem Gruß |