Wenn Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann vor allem das Recht, anderen Leuten zu sagen, was sie nicht hören wollen.
George Orwell engl. Schriftsteller

Auf ein Wort

liebe Wardenburger

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Uwe Brandhorst Wardenburg, den 13.03.2010
Hardenbergstr. 5
26203 Wardenburg
Tel. 04407/6369
Fax 04407/8459

Auf ein Wort liebe Wardenburger!

Was ist in diesem Land nur los?

In 22 Bistümer von insgesamt 27 wurden Kinder misshandelt und sexuell missbraucht.
Priester wollen über Jahrzehnte nichts gesehen und gehört haben, weshalb sie nichts sagten und folglich tatenlos blieben! Gleichzeitig predigen die gleichen Glaubensbrüder Sonntag für Sonntag von der Kanzel ihrer Kirchen, dass kein Gläubiger lügen soll bzw. falsch Zeugnis wider seinen Nächsten reden sollte. Alles Lüge!

An den Zapfsäulen können die Autofahrer jetzt kurz vor Ostern Preise von Superbenzin bis zu 1,40 Euro bewundern (!) bei einem Rohölpreis pro Barrel von etwa 80 Dollar. Im Jahr 2008 kostete der Liter Superbenzin 1,30 Euro als der Rohölpreis pro Barrel das Rekordhoch von 159 Dollar betrug. Abzocke!

Die Preise im Großhandel an der Strombörse EEX in Leipzig seien seit 2009 im Durchschnitt um 40 Prozent gesunken. Die EWE hatte zum Jahresbeginn die Strompreise um 14 Prozent erhöht. Raffkes!

Norbert Klusen, Chef der Technikerkrankenkasse erhöhte sein Grundgehalt um 25.000,00 Euro auf rund 271.000,00 Euro jährlich. DAK Chef Rebscher erhält jährlich ein Grundgehalt von rund 235.000,00 Euro, sowie Barmer Chefin Birgit Fischer von 203.000,00 Euro. Das waren jeweils 4.000,00 Euro mehr Gehalt als sie im Jahr 2008 erhalten haben. Gleichzeitig verlangt die DAK und die Barmer von ihren Versicherten monatlich 8,00 Euro mehr an Zusatzbeiträgen. Inzwischen vermeldet das Statistische Bundesamt das erstmals seit der Gründung der Bundesrepublik Deutschland die Bruttolöhne für Arbeitnehmer im Jahr 2009 gesunken sind. Unverschämt!

Es ist Winter. Eigentlich ein ganz normaler Winter, wie viele es von uns aus vergangenen Jahren kannten. Kommunen fordern Grundstücksbesitzer in den Medien dazu auf, ihrer Streupflicht nachzukommen. Gleichzeitig geben zahlreiche Kommunen bekannt, dass sie kein Streusalz mehr haben und ihrer eigenen Streupflicht an öffentlichen Plätzen und Wegen nicht mehr nachkommen können. Schlamperei!

Ex Gesundheitsministerin Ulla Schmidt fährt mit dem Dienstwagen und Fahrer in den Urlaub, was ihr lt. eigener Aussage "zusteht". Gleichzeitig müssen zum Beispiel Rentner ihre Krankenversicherungsbeiträge zu 100 Prozent selber zahlen und werden neben der Praxisgebühr auch noch bei den Arzneimitteln anteilig zusätzlich zur Kasse gebeten. Unsensibel!

Die Bankenmanager stürzten die Wirtschaft durch Zockerei an den Devisenmärkten in die stärkste Wirtschaftskrise aller Zeiten. Weltweit verschuldeten sich die Länder um mehrere 100 Milliarden Euro, um dieser Krise Herr zu werden. Unter anderem senkte die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins auf 1 Prozent, damit die gleichen Banken die uns in die Krise stürzten, an günstige Gelder gelangen können, um der gebeutelten Wirtschaft durch günstige Kredite wieder auf die Beine zu helfen. Die Kreditzinsen für die Wirtschaft blieben jedoch fast in gleicher Höhe, als vor der Wirtschaftskrise. Gleichzeitig wurden die Kriterien für eine Kreditzusage von den Banken an einen Kreditnehmer soweit erhöht, dass man inzwischen von einer "Kreditklemme" spricht. Durch das abrupte Wegbrechen von Umsätzen, ausgelöst durch die Wirtschaftskrise, dessen Verursacher die Banken waren, erzielen die Unternehmer keine Gewinne mehr um Investitionen tätigen zu können. Die Banken geben den Unternehmern jedoch mit der Begründung keine Kredite, weil die Wirtschaftslage so schlecht ist, dessen Verursacher sie selbst waren. Und wenn die Banken dennoch Kredite vergeben, profitieren sie hiervon um ein vielfaches mehr als vor der Wirtschaftskrise, weil der Leitzins durch die EZB auf den niedrigsten Zinssatz von einem Prozent seit Jahrzehnten gesenkt wurde, aber Kreditnehmer unverhältnismäßig hohe Kreditzinssätze der Banken in Kauf nehmen müssen. Inzwischen zahlen die Landesbanken wieder einen Bonus an ihre Mitarbeiter aus! Schweinerei!

Außenminister Guido Westerwelle (FDP) fährt mit Wirtschaftsvertretern ins Ausland, damit Wirtschaftskontakte und damit verbundene Aufträge zwischen den einzelnen Ländern und deren Wirtschaftsvertretern zustande kommen, was der heimischen Wirtschaft der jeweiligen Länder zu Gute kommt. Der Vorwurf der Vetternwirtschaft wird immer lauter, weil Herr Guido Westerwelle seinen Bruder als einen Geschäftspartner mit auf eine seiner Auslandsreisen mitgenommen hat, sowie einen weiteren Geschäftspartner der ein FDP-Großspender ist. "Günstlingswirtschaft", oder die Vermischung von Amt und privaten Interessen wirft nun die Opposition dem FDP Vorsitzenden Guido Westerwelle zu Recht vor, wie wir meinen. Dummheit!

6.000 Selbstanzeigen durch Steuersünder, die ihr Geld im Ausland am Fiskus vorbei angelegt hatten, konnten die Finanzämter bisher bundesweit verzeichnen. "Zumwinkel & Co." lässt schön grüßen. Alle Steuersünder die sich selbst angezeigt haben, ziehen sich straffrei aus der Affäre, egal wie viele Millionen an Steuergeldern sie, am Fiskus vorbei, hinterzogen haben. Dieses Vorgehen ist Einzigartig auf der ganzen Welt! Derweil werden Mitarbeiter wegen zwei belegter Brötchenhälften aus Betrieben entlassen. Ungerecht!

Politiker aller Parteien sagen ihren Wählern seit Beginn der Bundesrepublik Deutschland, das Schulden machen ein Verbrechen an zukünftige Generationen sei. Bisher hat jede Bundesregierung zwar versprochen weniger Schulden zu machen, aber nur ein einziges mal seit bestehen der Bundesrepublik Deutschland, konnte dieses Wahlversprechen der Politiker

eingehalten werden. Alle übrigen Bundesregierungen haben von Legislaturperiode zu Legislaturperiode die Schulden weiter in die Höhe getrieben und inzwischen einen Schuldenstand von rund 1,7 Billionen Euro (in D-Mark 3,4 Billionen (!)), was einer Staatsverschuldung von rund 60 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (aller erwirtschafteten Güter und Dienstleistungen der deutschen Volkswirtschaft innerhalb eines Jahres) entspricht. Mit anderen Worten: Die gesamte arbeitende Bevölkerung der Bundesrepublik Deutschland müsste über ein halbes Jahr nicht nur umsonst arbeiten, sondern obendrein auch noch die eingesetzten Materialien dem Fiskus zu hundert Prozent auszahlen, damit die Bundesrepublik wieder schuldenfrei wird! Dieses Erbe überlassen die Politiker unter Duldung ihrer Eltern ihren Kindern und Enkelkindern. Unglaublich!

In Asse polterten über 120.000 Fässer radioaktiv verseuchter Abfall in den Untergrund, was von Politkern und den zuständigen Genehmigungsbehörden wohlwollend abgenickt wurde. Ministerpräsidenten wie Wulff, Gabriel, Schröder, usw. sahen zu, wie langsam aber sicher das Grundwasser in dieser Region verseucht wurde. Die Atomindustrie produzierte lustig vor sich hin, ohne bis heute eine gesicherte Entsorgung der Atomabfälle zu gewährleisten und streicht Milliarden Gewinne Jahr für Jahr für sich ein. Der deutsche Steuerzahler soll nun die Milliarden Euro an Steuergelder aufbringen, für die Hebung der 120.000 Atommüllfässer. Ein vergleichbarer Unternehmer erhält hingegen keine Genehmigung für die Eröffnung seines Betriebes, wenn er nicht nachweisen kann, wo er mit seiner Folie und seiner Pappe bleibt! Sollte dieser Unternehmer Grundstücksflächen mit Abfällen verunreinigen, so hat er nicht nur für die Herstellung des Urzustandes auf eigenen Kosten (!) zu sorgen, sondern zahlt obendrein auch noch ein deftiges Bußgeld! Ungleichbehandlung soweit das Auge blickt!

Die NWZ Eigentümer "Köser, von Bothmer & Co." kauften rechtswidrig am Bundeskartellrecht vorbei mehrere Zeitungen in unserer Region auf und verschafften sich dadurch nach unserer Meinung ein Zeitungsverlags-, Anzeigen-, und Meinungsmonopol, was über die Jahrzehnte einer Gelddruckmaschine gleich kam, sowie die öffentliche Meinung im Interesse der Verleger maßgeblich zu deren Gunsten missbraucht und manipuliert wurde, wie wir glauben. 2,5 Millionen Euro an Bußgelder an das Bundeskartellamt mussten "Köser, von Bothmer & Co." für diese Rechtswidrigkeit zahlen, was angesichts der Höhe des Bußgeldes und sogar unter der Berücksichtigung, das man von Seiten der NWZ wusste, sofern wir richtig informiert wurden, dass man mit den Aufkäufen von Mitbewerbern aus der Verlegerbranche Unrecht begeht, dass dieser rechtswidrige Kaufakt, nach unserem Rechtsverständnis, einer kriminellen Handlung gleich kommt. Ein handfester Skandal!

Wenig Unrechtsbewusstsein zeigten in unseren Augen "Köser, von Bothmer & Co.", als sie den zu Unrecht erworbenen Hunte Report nicht verkauften, sondern daraus eine Stiftung machten. Die Stiftungsmitglieder waren nach unseren Informationen alle samt gute alte bekannte der NWZ die auch gleichzeitig dafür sorgten, wie wir glauben, dass die Aufträge für Druck des Hunte Reports und dessen Verteilung nach wie vor im NWZ Konzern verblieben, zu Konditionen, die sich jeder denken kann. Um den Hunte Report langsam aber sicher vor die Wand fahren zu können, und beim Bundeskartellamt als Retter von gefährdeten
Arbeitsplätzen auftreten zu können, und gleichzeitig den Weg zu ebnen, dass der Hunte Report wieder zurück unter das Dach der NWZ kehren kann, wie wir glauben, wurden die Geschäftsleitung und dessen Anzeigenleiter des Hunte Reports mit vielen zahlungskräftigen Anzeigen- und Beilagenkunden vom Hunte Report zur SonntagsZeitung der NWZ abgezogen. Der Hunte Report raste in die roten Zahlen durch tatkräftiger Mithilfe der NWZ Verantwortlichen, wie wir meinen, und schaffte es, das Bundeskartellamt davon zu überzeugen, dass auf Grund der drohenden Pleite des Hunte Reports es besser wäre, dass die NWZ zur Sicherung von gefährdeten Arbeitsplätzen den Hunte Report aufkaufen darf. Skrupellos!

Dass das Bundeskartellamt in Begleitung der Staatsanwaltschaft nach ihrer Beschlagnahmung von über 100 Aktenordnern in der NWZ Zentrale an der Peterstrasse in Oldenburg, die NWZ dazu auforderte, den rechtswidrig erworbenen Hunte Report wieder zu verkaufen und die Zahlung eines Bußgeldes von 2,5 Millionen Euro, sofern wir richtig informiert wurden, verschlägt einem noch heute, Jahre danach (!), den Atem. Angesichts dieser Faktenlage ist es allerdings unvorstellbar, dass das Bundeskartellamt den Rückkauf des Hunte Reports an die
NWZ mit der Begründung unter anderem genehmigte, weil dadurch angeblich Arbeitsplätze gesichert worden seien, wenn man bedenkt, dass kurz nach der Genehmigung des Rückkaufs des Hunte Reports an die NWZ, die MittwochsZeitung aus dem Hause der NWZ fast zeitgleich eingestellt wurde. Denn durch die Einstellung der MittwochsZeitung dürften nach unseren bisher vorliegenden Informationen zumindest die Verteiler der MittwochsZeitung entweder auf der Strasse stehen oder weniger zu tun haben, was sich bekanntlich auch im Geldbeutel der Verteiler bemerkbar machen müsste, weil sie nun nur noch den Hunte Report Mittwochs auszutragen haben. Spötter fragen sich nun: Wann wird die NWZ das Bundeskartellamt auf 2,5 Millionen Euro zu Unrecht gezahlter Bußgelder verklagen, weil der Urzustand, der zur Bußgeldzahlung der NWZ an das Bundeskartellamt führte, nun selbst wieder durch das Bundeskartellamt hergestellt wurde (Hunte Report wieder zurück zum NWZ Konzern)? Blamage und/oder Verblödung der Öffentlichkeit!

In Kommentierungen auf Seite vier der NWZ über andere Scharlatane herziehen und mit dem erhobenen Zeigefinger auf andere Missetäter zeigen können der NWZ Chefredakteur, Rolf Seelheim, und seine übrigen Helfershelfer sehr gut. Allerdings auf die Rechtswidrigkeiten im eigenen Hause die Öffentlichkeit zu informieren und hier mit gutem Beispiel Rückgrad zeigen, da fehlt es diesen Kameraden am nötigen Respekt vor der eigenen Courage. Peinlich und zugleich erniedrigend, wenn man so öffentlich vorgeführt wird!

Diese Liste ließe sich noch beliebig fortsetzen, was wir uns allerdings ersparen, weil wir befürchten müssten, dass zahllose Leser beim Lesen dieser Zeilen vor Wut weiter ausrasten könnten und sich selbst nicht mehr unter Kontrolle haben könnten.

Und am Ende wundern wir uns allerdings alle, dass angesichts dieser unglaublichen Geschichten des täglichen Lebens sich keiner mehr an Gesetz und Recht halten will, weil die da oben es uns allen ja vormachen.

Der moralische Werteverfall in unserer Gesellschaft ist auch deshalb so rasant geworden, weil immer mehr und in immer kürzeren Abständen die moralischen Verfehlungen von Personen, die im öffentlichen Blickpunkt stehen, an die Öffentlichkeit kommen.

Was ist in diesem Land nur los, war unsere Eingangsfrage an unsere Leser?

Genau das ist in unserem Land los! Und das ist für eine Gesellschaft, die etwas auf sich hält und stolz auf das erreichte sein will, beschämend genug!

Euer

Uwe Brandhorst

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