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Wenn Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann vor allem das Recht, anderen Leuten zu sagen, was sie nicht hören wollen. George Orwell engl. Schriftsteller |
Auf ein Wort liebe Wardenburger |
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Uwe Brandhorst Wardenburg, den 11.07.2009 Auf ein Wort liebe Wardenburger! Ich weiß nicht, ob es meinen Lesern genauso ergeht, wie mir. Aber bei mir ist es so, dass ich jeden Morgen die Hoffnung habe, heute könnte es besser werden. Zumindest habe ich noch ein Fünkchen Hoffnung. Zugegeben es ist nicht viel, aber immerhin habe ich noch irgendwo im Hinterkopf ganz hinten links, eher im unteren Drittel des Großhirns dieses kleine etwas fast unscheinbare Quäntchen Hoffnung. Gut es ist nicht die Hoffnung die Berge versetzen könnte, aber zumindest ist da noch was , irgendetwas , so etwas ganz kleines , kaum sichtbar , so ein Schimmer ein Hoffnungsschimmer! Und jeden Morgen werde ich aufs Neue enttäuscht: Es wird nicht besser. So erging es mir auch in den letzten Tagen, als ich meine "Lieblingszeitung" lass: Die NWZ! Dabei frage ich mich immer wieder, ob der NWZ Chefredakteur, Rolf Seelheim, tatsächlich sowenig Intelligenz bei uns Lesern voraussetzt, dass er ernsthaft glaubt, die sind so dumm, die merken gar nicht, wenn er, Herr Seelheim, seinen Abonnenten Nachrichten verkauft, die an Dämlichkeit kaum zu überbieten sind. Das schlimme ist, dass Herr Seelheim diese Dämlichkeit gleich mehrmals seinen Lesern verkauft, indem er den gleichen Inhalt nicht nur auf der Titelseite groß und breit verkündet, sondern auch noch im Wirtschaftsteil über mehrere Wochentage. Damit nicht genug! Diese dämlichen Nachrichten werden auch noch positiv (!) kommentiert von den verantwortlichen NWZ Redakteuren. Genial! Klar ist, dass in der Sommerzeit die Nachrichten immer etwas spärlicher gesät sind, als in den übrigen Zeiten. Aber wird eine dämliche Nachricht nur dadurch intelligenter, weil sie häufiger veröffentlicht wird? Kann nur so das Sommerloch überbrückt werden in Form von dämlichen Nachrichten? Ich glaube das ja eher nicht. Aber vielleicht denkt der NWZ Chefredakteur, Rolf Seelheim, man muss eine dämliche Nachricht nur oft genug veröffentlichen und am Ende glauben die Leser, dass die dämliche Nachricht gar nicht so dämlich ist, sondern eine äußerst interessante und wichtige Nachricht, die vom öffentlichem Interesse ist? Da es sich um eine Wirtschaftsnachricht handelt, um die es heute in meiner Kolumne geht, könnte ich mir allerdings auch durchaus vorstellen, dass man positive Nachrichten mit dämlichen Inhalten als Chefredakteur auch dann veröffentlichen sollte, weil solche Nachrichten die Stimmungen in der Gesellschaft derartige anheben, dass alleine durch diese positive Stimmungslage es mit unserer Wirtschaft wieder aufwärts geht, wenn man Dämlichkeiten veröffentlicht. Frei nach dem Motto: Eine Vielzahl an dämliche Nachrichten verbreiten, damit es in der größten Weltwirtschaftskrise mit unserer Wirtschaft wieder aufwärts geht. Ein tolles Rezept! Ob es wohl wirkt? Der Leser darf gespannt sein. Allerdings muss ich sagen, dass ich da so meine Zweifel habe. Ist die Gesellschaft wirklich so dämlich, dass sie es nicht merkt, für wie dumm man sie hält? Ganz offensichtlich, denn sonst würde es Herr Seelheim als NWZ Chefredakteur nicht verantworten, soviel Dämlichkeiten in seiner Zeitung zu veröffentlichen, wie ich glaube. Um was geht es nun ganz konkret. Am 06.07.2009 veröffentlichte die NWZ als Hauptaufmacher auf ihrer Titelseite, dass die "Talsohle erreicht sei". Dies zumindest sagt der Chef des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) mit der einzigen Begründung: "Dies liege auch am insgesamt besonnen Krisenmanagement der Bundesregierung." Toll! Die persönliche Einschätzung eines DIHK - Chefs, Hans Heinrich Driftmann, dass durch ein "besonnenes Krisenmanagement der Bundesregierung", was sich dadurch ausgezeichnet hat, dass die 80 Milliarden Krisenpakete im Jahr 2008 und 2009 lt. Herrn Driftmann (!) zu früh von der Bundesregierung verabschiedet wurden, die Arbeitslosenzahlen nun nicht mehr so steigen werden, wie es ursprünglich prognostiziert wurde. Im Klartext: 80 Milliarden "besonnen" in den Sand gesetzt und anschließend steigen die Arbeitslosenzahlen nicht mehr so an. Folglich ist die Talsohle erreicht, lt. Herrn Driftmann! Vollkommen logisch, diese Einschätzung. Deshalb ist die Aussage von Herrn Driftmann auch durchaus ernst zu nehmen, der nun auch noch fordert, dass nach der Bundestagswahl ein weiteres Maßnahmenbündel von der Regierung in Höhe von 25 Milliarden aufgelegt werden sollte. Es erübrigt sich jeder weitere Kommentar zu dieser Wirtschafteinschätzung des DIHK - Chef Hans Heinrich Driftmann, der nach meiner persönlichen Einschätzung mit so einer Wirtschaftprognose sich so sehr ins Abseits gestellt hat, dass er am Besten gleich seinen Hut nehmen sollte! Am 8.07.2009 veröffentlichte die NWZ auf ihrer Titelseite, dass die Industrie deutlich mehr Aufträge erhalten hat und die Hoffnung besteht, dass die Talfahrt durchaus zu Ende sei. Im Mai 2009 stiegen die Ordereingänge gegenüber dem Vormonat um 4,4 Prozent, was seit 2007 der größte Zuwachs an Aufträgen für die Industrie bisher gewesen sei. Diese frohe Botschaft wurde im Wirtschaftsteil am gleichen Tag ausführlich untermauert. Natürlich wurde dies auch in der NWZ entsprechend vom NWZ Redakteur Christoph Slangen kommentiert mit der Überschrift, dass es "Aufwärts" geht! Am 09.07.2009 veröffentlichte die NWZ erneut auf der Titelseite und im Wirtschaftsteil, dass die Weltwirtschaft auf Erholungskurs sei und nach dem überraschenden Auftragsplus im Mai von 4,4 Prozent sei die Produktion zum Vormonat um 3,7 Prozent angestiegen. Der NWZ Kommentator, Rüdiger zu Klampen, sieht nach dieser Prognose des Internationalen Währungsfonds die Weltwirtschaft schon wieder aus dem Tal in Richtung steil nach oben. Am 10.09.2009 war im Wirtschaftsteil der NWZ zu lesen, dass die Europäische Zentralbank "Anzeichen für das Ende der Talfahrt sieht", weil der Auslandsumsatz im Mai 2009 gegenüber dem April 2009 um 6,9 Prozent angestiegen sei und der Inlandsumsatz um 2,8 Prozent. Wenn man das so auf den ersten Blick ließt, muss man in der Tat glauben, es geht mit unserer Wirtschaft wieder aufwärts. Allerdings sollte man als Leser nicht so naiv sein und nur die "Headlines" lesen, sondern auch das so genannte "Kleingedruckte". Und darin war zu lesen, dass zwar zum Vormonat April im Mai die Aufträge im Jahr 2009 um 4,4 Prozent angestiegen sind, aber zum Vorjahr der Auftragszuwachs im April/Mai 2008 kumuliert um satte 33 Prozent zurückgegangen ist! Die Talfahrt ist zu Ende? Es geht Aufwärts? Ebenso ernüchternd die Zahlen zum Vorjahr in der Industrieproduktion. Originaltext der NWZ. "Zwar lag die Industrieproduktion im Mai (bereinigt um Arbeitstage) noch immer um 17,9 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres. Doch im April war der Rückstand mit 22,3 Prozent noch deutlich höher gewesen. Da wird das Ende der Rezession in der NWZ in großen Buchstaben als Titelzeile verkündet, weil im Mai die Produktion zum April 2009 um 3,7 Prozent zugenommen hat, jedoch im Vergleich zum Vorjahr brechen im Mai die Aufträge noch immer (!) um 17,9 Prozent weg und im April waren es sogar 22,3 Prozent! Wissen meine Leser nun, was ich meine, wenn ich mich frage, ob dämliche Nachrichten nur dadurch intelligenter werden, weil man sie mehrmals veröffentlicht und sich so zurechtlegt, wie es einem gerade so passt? Ein Umsatz- und Produktionseinbruch zum Vorjahr in Höhe ein fünftel des Gesamtumsatzes bzw. der Produktion (!) wäre für jedes Unternehmen ein absolutes Desaster. Eine Vielzahl von Unternehmen müssten bei derartigen katastrophalen Zahlen den Gang zum Insolvenzverwalter antreten, aber die "Experten" gemeinsam mit der NWZ um ihren Chefredakteur, Rolf Seelheim, sehen das Ende der Talfahrt bei unserer Wirtschaft! Dämliche Nachrichten und Experteneinschätzungen helfen unserer Wirtschaft mit Sicherheit nicht wieder auf die Beine. Das scheint bei der NWZ, und hier insbesondere in der Chefredaktion um Herrn Seelheim, noch nicht angekommen zu sein. Nur zum besseren Verständnis in Richtung Peterstrasse in Oldenburg: "Es gibt noch vereinzelte Exemplare, die zugegeben sehr selten geworden sind in unserer Gesellschaft, die nicht so dämlich sind, dämliche Nachrichten richtig einzuschätzen und sie entsprechend auch öffentlich als das zu bezeichnen, was sie tatsächlich sind: Einfach nur dämlich!" Euer Uwe Brandhorst
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