Wenn Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann vor allem das Recht, anderen Leuten zu sagen, was sie nicht hören wollen.
George Orwell engl. Schriftsteller

Auf ein Wort

liebe Wardenburger

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Uwe Brandhorst Wardenburg, den 07.03.2009
Hardenbergstr. 5
26203 Wardenburg
Tel. 04407/6369
Fax 04407/8459

Auf ein Wort liebe Wardenburger!

In Anlehnung meiner letzten Ausgabe frage ich mich, was mögen solche tadellosen Herren des öffentlichen Lebens dazu veranlasst haben, Mitglieder eines Stiftungsrates zu werden, dessen ehemalige Eigentümer in ihrem Unternehmen eine Hausdurchsuchung über sich ergehen lassen mussten, dies sogar mit staatsanwaltlicher Begleitung (!), an dessen Ende dieser Untersuchung es sich bundesweit um die umfangreichste Entflechtungsmaßnahme der vergangenen Jahrzehnte im Medienbereich handelte?

Hinzu kommt eine Verurteilung wegen rechtswidrigen Vergehen am Bundeskartellrecht mit einer Bußgeldzahlung von 2,7 Mio. Euro, wovon Herr Köser alleine 200.000.00 Euro zahlen musste, wenn die Angaben der "taz" der Wahrheit entsprechen, woran ich keine Zweifel habe.

Also nochmals die Frage: Was veranlasste Herrn Thole als Vorstandvorsitzender der Öffentlichen Versicherung Oldenburg, Herr Suwe als EDV Fachmann und Herrn Dieter Boll als ehemaliger Vizepräsidenten der Bezirksregierung Weser-Ems dazu, ihre guten Namen dafür herzugeben, um als Stiftungsratsmitglieder der "Pressestiftung Weser-Ems" tätig zu werden?

Was?

Was hat sich Herr Thole als Stiftungsratsvorsitzender der "Pressestiftung Weser-Ems", der dem Hunte Report weisungsberechtigt ist, dabei wohl gedacht, als er sich auch noch mit Herrn Köser als Miteigentümer der NWZ und Vorsitzender des "Monumentendienstes" öffentlich ablichten ließ und freudestrahlend verkündete, dass die Öffentliche Versicherung Oldenburg als neuer "Partner" mit dem "Monumentendienst" eine "Kooperation" eingeht.

Ziel des Bundeskartellamt war es doch, dass der Hunte Report eigenständig und vor allem unabhängig von der NWZ seinem journalistischen Auftrag in unserer Region nachkommt, damit die Monopolstellung der NWZ endlich zumindest ansatzweise gebrochen wird.

Wie soll aber das denn geschehen, wenn Herr Köser und Herr Thole von "Partnerschaft" und "Kooperation" öffentlich (!) sprechen und diese Zusammenarbeit soweit geht, dass Herr Thole als Vorstandsvorsitzender der Öffentlichen Versicherung eine Mitgliedsbeitragserstattung in Höhe von 40,00 Euro seinen Versicherungsteilnehmern öffentlich zusagt, sofern sie bei Herrn Köser Mitglied im "Monumentendienst" werden?

Wie geht so etwas eigentlich, dass eine Versicherung Beiträge dazu zweckentfremdet einsetzt und gleichzeitig dadurch ihren Gewinn schmälert, um einen "Monumentendienst" zu unterstützen, dessen Vorsitzender rechtswidrig verurteilt wurde und verantwortlich dafür ist, dass durch dieses Rechtsvergehen 2,7 Mio. Euro Bußgelder bezahlt werden mussten? Als möglicher Versicherungsnehmer wäre ich nahezu ungehalten, wenn auf diese Art und Weise meine Versicherungsbeiträge verpulvert werden.

Schlimmer noch ist es jedoch, dass Herr Boll, als weiteres Stiftungsratsmitglied der "Pressestiftung Weser-Ems", meinem Informanten gesagt haben soll, dass man sehr "eng" mit dem "Monumentendienst" zusammenarbeitet und somit folglich auch mit Herrn Köser als Vorsitzenden des "Monumentendienstes".

Mit anderen Worten, es bestehen also direkte Verbindungen nicht nur im täglichen Arbeitsbereich zwischen Herrn Thole und Herrn Köser, sondern auch zwischen dem Monumentendienst und der "Pressestiftung Weser-Ems".

Ich frage mich nun, welchen Sinn hatte unter dieser "kooperativen, sowie partnerschaftlichen Zusammenarbeit" auf arbeitsrechtlicher Ebene zwischen Herrn Thole und Herrn Köser, wie auch auf der Ebene einer "engen Zusammenarbeit" zwischen der "Pressestiftung Weser-Ems" und dem "Monumentendienst" lt. Herrn Boll das Entflechtungsverfahren des Bundeskartellamtes?

Ich will es meinen Lesern sagen: "Außer der Zahlung eines Bußgeldes in Höhe von 2,7 Mio. Euro ist dieses Entflechtungsverfahren für mich Augenwischerei und bundesweit einer der spektakulärsten Scheingefechte in der Medienlandschaft die nach meiner persönlichen Meinung einem Betrug gleich kommt, weil mein Grundrecht auf freie Meinungsäußerung über diesen, wie ich finde, skrupellosen Weg beschnitten wird!"

Die Frage stellt sich nun: Wussten Herr Thole, Herr Suwe und Herr Boll nicht, auf was sie sich da einließen?

Für meinen Geschmack wussten sie es schon!

Denn wenn Herr Boll gegenüber meinem Informanten sich dahingehend geäußert haben soll, wie es mein heutiger Kenntnisstand ist, dass es der NWZ ein "Dorn im Auge war", dass der Hunte Report lt. Urteil des Bundeskartellamtes verkauft werden sollte, weil man sich dadurch eine eigenen Konkurrenz vor der Haustür geschaffen hätte, muss es allen bekannt gewesen sein, welche Brisanz nicht nur in dieser Thematik steckt, sondern auch bei einer Gründung einer Stiftung für den Hunte Report.

Davon einmal abgesehen, dass hier mit Herrn Thole, Herrn Suwe und Herrn Boll es sich nicht um irgendwelche Kleingeister handelt, sondern um Personen die immerhin solche Posten bekleiden, wie z.B. als Vorstandsvorsitzende einer öffentlichen Versicherung bzw. Vizepräsident einer Bezirksregierung. Wer solche hoch dotierten und dekorierten Ämter besetzt dürfte sich nicht damit entschuldigen können, zuwenig Verstand zu haben, um solche heiklen Zusammenhänge nicht durchschaut zu haben, wie ich meine!

Eine weitere Frage stellt sich mir, welcher Stiftungsgewinn wurde Herrn Thole, Herrn Suwe und Herrn Boll seinerzeit vor Gründung der Stiftung in Aussicht gestellt?

Lassen wir Fakten sprechen.

Ende 2007 wurde im Hunte Report eine Bilanz erstellt für das Jahr 2008. Diese Bilanz musste nach unserem heutigen Kenntnisstand Grundlage gewesen sein, bei der Anwerbung von möglichen Stiftungsratsmitgliedern für die "Pressestiftung Weser-Ems" im April 2008.

In dieser Bilanz dürfte ein recht stattlicher Gewinn für das Jahr 2008 ausgewiesen worden sein, womit eine Stiftung auch ihrem Stiftungsauftrag hätte angemessen nachkommen können.

Zu diesem Zeitpunkt war noch der Anzeigenleiter Matthias Bolles im Hunte Report tätig. Herr Bolles und Herr Lausch waren im Hunte Report nach unserem Kenntnisstand für die Großkunden im Anzeigenbereich tätig.

Im Frühjahr 2008 ging Herr Bolles vom Hunte Report zur SonntagsZeitung. Gleichzeitig wanderten die ersten Beilagen, wie z.B. die Obi, Automobile, Telepoint und Anzeigen, wie z.B. Mien Landhus, Elektro 2000 zur SonntagsZeitung ab.

Folge: Der Stiftungsgewinn sank!

Im September 2008 kam die Oldenburger Allgemeine die ebenfalls den ein oder anderen Kunden dem Hunte Report abnahm.

Folge: Der Stiftungsgewinn sank!

Im Januar 2009 wurde der Geschäftsführer des Hunte Reports Andreas Lausch fristgerecht vom Stiftungsrat der "Pressestiftung Weser-Ems" zum 31.07.2009 gekündigt. Am gleichen Tag der Freistellung von Herrn Lausch wurde Herr Speckmann als neuer Geschäftsführer der Hunte Report Belegschaft vorgestellt.

Herr Lausch ist nach unserem Kenntnisstand für alle Topkunden im Anzeigenbereich des Hunte Reports zuständig gewesen.

Der neue Hunte Report Geschäftsführer Fabian Speckmann, hatte bisher, was den Anzeigenverkauf im Hunte Report angeht, keinen blassen Schimmer, was unser bisheriger Kenntnisstand ist. Kontakte, Ansprechpartner, Konditionen, etc. für den Anzeigenbereich dürften für Herrn Speckmann, nach unseren bisherigen Recherchen, absolutes Neuland sein.

Es fehlte also ein Topmann für den Anzeigenbereich im Hunte Report. Warum wurde vom Stiftungsrat kein adäquater Anzeigenverkäufer umgehend eingestellt? Ist der Hunte Report vom Krankenbett in die Totengruft verlegt worden?

Insofern ist es kein Wunder, dass zurzeit eine Goldgräberstimmung in der SonntagsZeitung herrscht. Denn Beilagen und Anzeigen wandern im großen Stil vom Hunte Report ab zur SonntagsZeitung oder zur Oldenburger Allgemeinen. Famila, Toom, Saturn, Mc Garden, Media-Markt etc. sind keine Anzeigenkunden in Visitenkartengröße, sondern begehrte Großkunden in der Verlagsbranche.

Schätzungsweise dürfte seit dem Abgang von Herrn Lausch, als ehemaliger Geschäftsführer des Hunte Reports, ein Umsatzeinbruch beim Hunte Report zu verzeichnen sein, der nach unseren Recherchen ca. eine dreiviertel Million Euro betragen dürfte, sofern wir richtig ermittelt haben. Eine gigantische Umsatzsumme die jedem anderen Verlag sofort das Genick brechen dürfte.

Man könnte den Eindruck gewinnen, dass die verantwortlichen im Stiftungsrat nach Rücksprache mit den NWZ Verantwortlichen, wie ich vermute, nur deshalb Herrn Lausch entlassen haben, damit der Weg für die SonntagsZeitung frei wird, um den Hunte Report im Anzeigenbereich zu plündern. Klingeln hier schon die Totenglocken für den Hunte Report?

Folge: Der Stiftungsgewinn dürfte inzwischen im Minusbereich liegen, wie ich meine!

Nun ist guter Rat teuer für Thole, Suwe und Boll.

Was will man mit einer Stiftung machen, wenn kein Gewinn für die Stiftung mehr durch den Hunte Report anfällt?

Ein Stiftungsrat mit so ehrwürdigen Personen besetzt, wie einem Vorstandsvorsitzenden einer öffentlichen Versicherung und einem ehemaligen Vizepräsidenten einer Bezirksregierung tagen vor sich hin und haben keine "Kohle" zum verteilen!

Peinlich, wie ich finde, oder?

Am Ende haben sich Herr Thole, Herr Suwe und Herr Boll mit Sicherheit keinen Gefallen getan in diesem Stiftungsrat die Tätigkeit aufzunehmen.

Eine Stiftung die nach unserem heutigen Kenntnisstand nur über den Geschäftsführer des Hunte Reports kontaktiert werden kann, die über keinen eigenen Briefkasten verfügt und nach wie vor kein eigenes Büro im Hause des Hunte Reports unterhält, wo sie laut Handelsregister gemeldet ist, dürften kein seriöses Bild in der Öffentlichkeit abgeben, wie ich meine.

Für meinen Geschmack stinkt es bis zum Himmel mit dieser Stiftung und die Herren Thole, Suwe und Boll geben spätestens ab heute eine ganz jämmerliche, sowie peinliche Figur in der Öffentlichkeit ab.

Ich frage mich zu guter Letzt: "Was reizte Herrn Thole sich mit Herrn Köser öffentlich ablichten zu lassen und sich auf so eine Schmierenkomödie einzulassen, wie ich es hoffentlich nicht nur allein empfinde?"

Werbung in eigener Sache dürfte es bei der Vergangenheit von Herrn Köser der gegen das Bundeskartellrecht wissentlich verstoßen hatte und alleine (!) 200.000,00 Euro Bußgeld ans Bundeskartellamt zahlen musste, wohl kaum gewesen sein!

"Was war es dann, Herr Thole?"

Mit freundlichem Gruß

-Brandhorst-


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