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Wenn Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann vor allem das Recht, anderen Leuten zu sagen, was sie nicht hören wollen. George Orwell engl. Schriftsteller |
Auf ein Wort liebe Wardenburger |
aktualisiert am: 03.07.2011 |
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Auf ein Wort liebe Wardenburger! Wie verlogen die Politik, die Medien und die Wirtschaft sind, ist kein offenes Geheimnis. Und dennoch ist man immer wieder überrascht, wie plump und zugleich abgebrüht die eben angesprochenen sich verhalten, um ihren Profit sicherzustellen und die breite Öffentlichkeit mit einem Achselzucken derartige Fehlverhalten nicht nur kommentarlos toleriert, sondern durch ihr Wegsehen sich sogar aktiv daran beteiligen, dass solche Missstände überhaupt in einem Rechtsstaat nach wie vor (!) möglich sein können! Denn der alte Volksspruch gilt nach wie vor: "Geld regiert die Welt!" Wer etwas anderes behauptet ist ein dummer Narr der die Zeichen der Zeit nicht sehen will bzw., wie bereits angesprochen, wegsieht, obwohl er weiß, dass hier die Grundrechte eines Rechtsstaates mit Füssen getreten werden. Die Rede ist der verlogenen Umgang von demokratisch gewählten Volksvertretern in führender Position mit Diktatoren die ihre Mitbürger, die sich kritisch zu ihren Parteiführern und ihrem Regime äußern, festnehmen, einkerkern, foltern und sofern die Kritiker dieser Diktaturen das "Glück" haben im öffentlichen Rampenlicht zu stehen, wieder freigelassen werden, aber sich nicht mehr frei bewegen können, weil sie mit Hausarrest bestraft werden und von ihren Despoten mit einem Maulkorb bedacht werden, wodurch ihre Redefreiheit auf Dauer nachhaltig eingeschränkt wird, weil sie befürchten müssen, bei einem Bruch dieser Beschränkung erneut in die Fänge dieser Verbrecherregime zu kommen mit ihren menschenunwürdigen Methoden Regimekritiker gefügig zu machen. Wer die jüngsten Umstände in Libyen, Tunesien, Ägypten, Syrien, etc. sich vor Augen hält kann nur mit dem Kopf schütteln, wie hier die Wirtschaft, Politiker, aber auch die Medien sich in der Vergangenheit gegenseitig die Taschen voll gelogen haben, dass einem als außen stehender Betrachter nur noch übel werden kann. Denn solange diese Diktatoren fest im Sattel saßen und entweder als Rohöllieferant, als Auftraggeber für die Wirtschaft in Milliardenhöhe dienten, oder als strategische Partner für die Nato wichtige Stellungen im westlichen Bündnis einnahmen, waren diese Folterstaaten mit ihren Machtführern hoch angesehene und zugleich willkommene Partner bei nahezu allen Vertretern in verantwortungsvollen Führungsetagen in demokratisch gewählten Rechtsstaaten. Und hierbei macht Deutschland keine Ausnahme! Wir haben die Bilder noch vor Augen, wo Diktatoren, wie Mubarak, Ghaddafi, Honecker, etc. die selber in Saus und Braus lebten und ihr Volk am Rande des Existenzminimums dahinvegetieren ließen bzw. sogar Regimekritiker ermordeten, einkerkerten und folterten, aber in Deutschland mit Umarmung und Bruderkuss, sowie allen Staatsähren empfangen wurden. Mit diesem Wissen wurden mit diesen Diktatoren mit Blut an den Fingern Geschäfte in Milliardenhöhe abgewickelt bzw. Milliarden an Unterstützungsgeldern für Rüstungsgüter zur Sicherung wichtiger strategischer Stellungen für die Sicherheit westlicher Staaten mit einer Selbstverständlichkeit vergeben, dass manch einem heute die Sprache wegbleibt, wie die gleichen Damen und Herren sich heute mit ihren vermeintlich weißen Westen in voller Montur in aller Öffentlichkeit aufbauen und vollmundig ihr Unbehagen über diese skrupellosen Diktatoren verkünden, die zum Teil mit den Milliardenschweren Unterstützungsgeldern aus den westlichen Staaten sich Rüstungsgüter z.B. aus Westeuropa kauften, womit sie heute ihr eigenes Volk unter Beschuss nehmen. Ein (Alb-) Traum der westlichen Diplomatie demokratisch geführter Länder, die eigentlich für die Wahrung und Einhaltung rechtsstaatlicher Grundrechte einstehen sollten, wozu unter anderem auch die Einhaltung der Menschenrechte zählen! Und wer meint, dass unsere Führungspolitiker aus der jüngsten Vergangenheit gelernt haben, wurde in der vergangenen Woche eines Besseren belehrt, als der Chinesische Ministerpräsident Wen Jiabao nach Deutschland kam mit einem Tross von Regierungsbeamten und im Gepäck milliardenschwere Aufträge für die Wirtschaft und zusammen mit unserer Bundeskanzlerin, Angela Merkel, über den roten Teppich schritt und jeder der diese Bilder vor Augen hatte, genau wusste, wie viel Blut an diesen Fingern dieses Diktators klebt, wie viel Leid und Elend dieser Massenmörder des "himmlischen Friedens" über sein Volk gebracht hat und wie viele unschuldige Regimekritiker nach wie vor (!) in Gefängnissen sitzen, unter menschenunwürdigen Verhältnissen dort gefoltert, gedemütigt und gepeinigt werden, dessen wahren Ausmaße man sich selber nur dann vorstellen könnte, wenn man es selbst miterlebt hat, was wohl keiner von uns tatsächlich will. "Geld regiert die Welt" und schon rollen rote Teppich und Merkel & Co. lassen alles auffahren was vermeintlich Rang und Namen in den Führungsetagen der Politik und der Wirtschaft hat! Und die Medien? Sie spielen mit in diesem leidvollen Spiel, wobei sie diese Klaviatur beherrschen bis zum geht nicht mehr. Jüngstes Beispiel unsere heiß geliebte NWZ auf Seite vier! So war in einer Kommentierung vom 28.06.2011 des hoch dekorierten NWZ Redakteurs Gunnars Reichenbachs aus der NWZ Chefetage folgendes zum Thema deutsch-chinesisches Treffen zu lesen: "Die Zwischentöne machen den Unterschied. Setzte Kanzlerin
Angela Merkel bei ihrem letzten Besuch in Peking noch auf das Thema Menschenrechte
- sehr zum Ärger der chinesischen Gastgeber - ganz oben auf die Gesprächsagenda,
so gibt sich die Bundesregierung beim Gegenbesuch von Premier Wen Jiabao
deutlich zurückhaltender. Nicht ausgeklammert, sondern etwas weiter
hinten stehen Fragen zu Dissidenten, willkürlichen Verhaftungen und
Pressezensur. (
). Na, geht doch! Ein bisschen weniger Menschenrechte und schon fließen die Aufträge aus dem Reich der Mitte. Die Zufriedenheit Pekings an Deutschland bezüglich des Schweigens über Menschenrechtsvergehen an Regimekritikern in China, so zumindest der NWZ Redakteur, Gunnars Reichenbachs, errechnet man an der Höhe der Wirtschaftsaufträge von China an Deutschland! Eine mathematische Grundformel der ganz besonderen Art: Je mehr man schweigt zu den Menschenrechtsverletzungen in China, desto größer die Milliardenaufträge für die deutsche Wirtschaft aus China. Und schon gelangt man bei der NWZ auf die Titelseite mit imposanten Bild und der Überschrift: "Deutschland und China feiern Milliarden Verträge" Als Zweitüberschrift ein besonderes Lob an die Modellregion Bremen/Oldenburg "Regierungskonsultationen Lob für die Modellregion Bremen/Oldenburg" Na, da kann die Modellregion Bremen/Oldenburg ja stolz sein namentlich gegenüber Chinas Ministerpräsident Wen Jiabao, unter dessen Herrschaft Ai Weiwei eingekerkert wurde, namentlich erwähnt worden zu sein. Das dieser Diktator Wen Jiabao, der zahllose Menschenrechtsverletzung zu verantworten hat, auch noch die Unverfrorenheit besitzt seine Hilfe anzubieten mit Milliarden Euro Spritzen an die EU Gemeinschaft zur Rettung des Euroraums zeigt einmal mehr, wie weit die westliche Welt vor diesem Despoten bereits eingeknickt ist. Deutschland feiert Milliarden Aufträge, so zumindest die NWZ um NWZ Chefredakteur Rolf Seelheim, und in den Verliesen Chinas wird gefoltert, gemordet und gedemütigt. Und das "i-Tüpfelchen" leistete sich zum Abschluss der NWZ Redakteur Hermann Lamberty, der in einem Kommentar zum Haftbefehl gegen Gaddafi meinte, der im Übrigen am gleichen Tag erschien, als Gunnars Reichenbachs seinen Kommentar zum Deutsch-Chinesischen Treffen veröffentlichte: "Wenn ein widerlicher und durchgeknallter Despot wie Libyens Machthaber
Gaddafi nun per Haftbefehl gesucht wird (eigene Anmerkung: Ob unser mutiger
NWZ Redakteur Lamberty diese gewaltige imposante Wortwahl wohl auch gewählt
hätte, wenn Gaddafi heute noch in Libyen fest im Sattel sitzen würde
und milliardenschwere Aufträge im Gepäck hat?), ist der erste
emotionale Impuls, den man spürt, Zustimmung, wenn nicht gar Begeisterung.
Wäre es nicht toll, diesen Mann vor Gericht und dann immer im Gefängnis
verschwinden zu sehen? Ein Massenmörder der auf sein eigenes Volk schießt soll ungeschoren davonkommen, damit das Blutvergießen in Libyen beendet wird. Davon einmal abgesehen, dass die Panzer, etc. Gaddafis gegen sein eigenes Volk nur deshalb rollen können, weil unter anderem die USA Milliarden Euro an Unterstützungsgelder an Gaddafi überwiesen hatte und die Rüstungsindustrie, unter anderem auch die Deutsche (!), Rüstungsgüter ohne Skrupel über Jahrzehnte schweigend an Gaddafi lieferte trotz Wissen über Menschenrechtsverletzungen Gaddafis an Regimekritiker, ist auch diese "Gleichung" unter rechtsstaatlicher Vernunft in Bezug "Völkerrecht" kaum nachvollziehbar! Ein Massenmörder soll nicht gestellt werden und zur Rechenschaft gezogen werden, um weiteres Blutvergießen am Volk zu verhindern! Besser wäre es gewesen, der NWZ Redakteur Hermann Lamberty hätte bereits zu früheren Zeiten den Mut besessen, sich so vollmundig gegenüber Herrn Gaddafi zu äußern, wie er es in seiner jüngsten Kommentierung gemacht hat, als er diesen Despoten als "widerlich und durchgeknallt" beschrieb. Wahrscheinlich standen jedoch damals wie heute beim Deutsch-Chinesischen Treffen die wirtschaftlichen Interessen Deutschlands mit Libyen im Vordergrund, wo Herr Lamberty in seiner Kommentierung, wie es sein Redakteurs Kollege Gunnars Reichenbachs so trefflich formulierte, den Politkern den journalistischen Rat gab, besser auf die Anfrage auf Einhaltung der Menschenrechte mehr oder weniger zu verzichten, als sie offen anzusprechen, weil man sonst befürchten müsse, auf Öllieferungen bzw. milliardenschwere Aufträge für die deutsche Wirtschaft verzichten zu müssen, unter anderem auch für die deutsche Rüstungsindustrie. Damals waren für die Wirtschaft, für die Politiker, aber auch für die Medien die Gutmenschen "Gaddafi, Mubarak & Co." und heute, wo sie gefallen sind, werden sie von den gleichen "ehrenwerten Herrschaften" vollmundig als "widerlich und durchgeknallt" bezeichnet. Heute ist der Gutmensch "Wen Jiabao", solange er fest in Peking im Sattel sitzt und milliardenschwere Aufträge an die Industrie westlicher Staaten vergeben kann. Und wenn Chinas Ministerpräsident Wen Jiabao irgendwann einmal fällt, ja, dann traut sich auch unser kleiner NWZ Redakteur Hermann Lamberty aus der Deckung und bezeichnet diesen blutigen Diktator einen "widerlichen und durchgeknallten Despoten" den man besser nicht per Haftbefehl suchen sollte, damit weiteres Blutvergießen am chinesischen Volk verhindert wird, wohl wissend, dass auch er über Jahrzehnte zu den chinesischen Folterungen an dessen Regimekritikern geschwiegen hat, wodurch Unschuldige ihr Blut in den Kerkern der "aufgehenden Sonne", wenn es denn jemals so kommen sollte, hoffentlich nicht sinnlos vergossen haben! Und zum Schluss lesen wir dann in der NWZ eine Eigenwerbung: "Schöner frühstücken mit Ihrer Nordwest-Zeitung!" "Na, dann kann ja nichts mehr schief gehen und guten Appetit noch, liebe Leser!"
Uwe Brandhorst P.S.: Sämtlichen Äußerungen,
Behauptungen, etc. in dieser Kolumne und der aus der Vergangenheit sind
persönliche Meinungen des Unterzeichners und seiner Mitstreiter und
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| Zitat | Napoleon
der I. sagte einmal: " Nicht diejenigen sind zu fürchten, die anderer Meinung sind, sondern diejenigen, die anderer Meinung sind und zu feige , es zu sagen. " |
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