Wenn Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann vor allem das Recht, anderen Leuten zu sagen, was sie nicht hören wollen.
George Orwell engl. Schriftsteller

Auf ein Wort

liebe Wardenburger

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Uwe Brandhorst Wardenburg, den 01.08.2009
Hardenbergstr. 5
26203 Wardenburg
Tel. 04407/6369
Fax 04407/8459

Auf ein Wort liebe Wardenburger!

Ist es nicht faszinierend, dass über diese Internetseite erstmals darüber berichtet wurde, dass, nach unserem bisherigen Kenntnisstand, die Oldenburger Allgemeine Insolvenz angemeldet haben soll?

Faszinierend wohl kaum.

Denn diese Internetseite ist kein professionell betriebenes Redaktionsbüro, wo alle Information von Heerscharen an bezahlten Mitarbeitern zusammengetragen werden, sondern wohl eher eine "One Man Band" der in seiner Freizeit ein paar Recherchen anstellt und dabei auf durchaus interessante Ergebnisse stößt, die er für mittelungswürdig hält.

Die Frage stellt sich nun, wenn so ein kleiner Freizeitredakteur soviel informatives an die Öffentlichkeit bringt, dass Woche für Woche vermeintlich hochrangige Journalisten sich genötigt sehen, diese Internetseite aufzurufen, um über ihre Branche in ihrer Region informiert zu sein, dürfte es doch für diese Berufsgattung ein Armutszeugnis sein, nicht selbst an diese Informationen heran gekommen zu sein, oder?

Ich gehe dabei noch einen Schritt weiter!

Ist es nicht beängstigend, dass inzwischen eine breite Öffentlichkeit diese Internetseite aufruft, um über wichtige Vorkommnisse in ihrer Region informiert zu sein, was für meinen Geschmack ihnen die lokale Presse vorenthält und dies zum Teil sogar ganz bewusst (Stichwort: Durchsuchung des Bundeskartellamtes bei der NWZ)?

Ich habe auf jeden Fall ein ungutes Gefühl, wenn ich mir die Qualität des Journalismus vor Ort anschaue, wie wenig recherchiert wird, aber wie viele "Wohlfühlberichte" wir inzwischen von den Lokalzeitungen serviert bekommen.

"Friede-Freude-Eierkuchen" Berichte soweit das Auge blickt und ja nicht irgendwo anecken, oder eventuell durch unangenehme Fragen auffallen.

Nur wie will man als Redakteur mit dieser Arbeitseinstellung seinem journalistischen Auftrag nachkommen, die Politik und die Verwaltung durch eine kritische Berichterstattung zu beaufsichtigen, wenn sie noch nicht einmal wissen bzw. in der Lage sind zu recherchieren, was in ihrer eigenen Branche abläuft bzw. wenn sie es tatsächlich wissen, den Mut zu haben, dies auch, trotz aller Widerstände und eventueller anstehender Repressalien, zu veröffentlichen?

Angst macht es mir persönlich, zu wissen, dass unser Journalismus über die Jahre zu Duckmäusern gegenüber ihren Verlegern und dessen ausschließlichen Interessen verkommen ist.

Ausnahmen bestätigen die Regel!

Nur wie will man mit solchen armseligen "Verlegersklaven" ohne Rückgrat, die ihre Hauptaufgabe darin sehen, über die Kassenlage und Rammlerzuchterfolge von Karnickelvereinen zu berichten, sowie über die Blütenpracht im Schrebergarten von Lieschen Müller aus Hintertupfingen, aber für meinen Geschmack gänzlich das Augenmerk auf das Wesentliche verloren haben: Nämlich Politik und Verwaltung auf die Finger zu schauen, um Steuerverschwendungen und sonstige Missstände zu verhindern und die Beteiligten für diese misslichen Tatbestände in unserem täglichen Leben zu sensibilisieren?

Wie ich darauf komme, fragen sich die Leser?

Ganz einfach!

Wie aus meiner letzten Veröffentlichung nachzulesen war, wurden nach unserem heutigen Kenntnisstand die Insolvenzanträge von Herrn Willers und Frau Hülsebusch am 18.07.2009 unterschrieben und beim Amtsgericht Oldenburg sollen die Anträge von der Geschäftsführerin, Marion Hülsebusch, am 20.07.2009 eingereicht worden sein.

Wir wussten hierüber nachweislich bereits am 20.07.2009 bescheid.

Am 23.07.2009 suchte uns ein Mitarbeiter aus dem NWZ Konzern auf und wusste von nichts! Nach dem Wissenstand des Mitarbeiters der NWZ, sofern dessen Information richtig war, war ihm nicht bekannt, dass bisher überhaupt jemand vom möglich gestellten Insolvenzantrag der Oldenburger Allgemeinen etwas aus seinem persönlichen Umkreis wusste.

Da diese Information für den Mitbewerber des NWZ Konzerns für die weitere Arbeit, als Anzeigenberater vor Ort, von ungeheurer Wichtigkeit ist, hätten die Geschäftsführer der verschiedenen Zeitungen des NWZ Konzerns, hierüber, im Falle ihres Wissens über die Stellung eines Insolvenzantrages durch die Oldenburger Allgemeine beim Amtsgericht Oldenburg, ihre Mitarbeiter umgehend informieren müssen.

Sie taten es nicht!

Wahrscheinlicher Grund: Sie wussten es nach unserem Kenntnisstand nicht und wurden über uns informiert.

Nennen meine Leser es erschreckend, erbärmlich oder was weiß ich wie.

Eins steht für mich auf jeden Fall fest: Sollten wir in unserer Region jemals auf die lokale Presse angewiesen sein, besondere Missstände aus ihrem eigenen Unternehmen zu erfahren, aber auch sonstige Ungereimtheiten aus der Politik und/oder aus der Verwaltung, etc., dessen Veröffentlichungen gegen die Verlegerinteressen wären, bin ich mir ganz sicher, mit diesen "Volkshelden des Journalismus" wird die Öffentlichkeit selbst dann nichts erfahren, wenn es so sehr stinkt, als wenn die betreffenden Redakteure ihre Schreibtische auf einen Misthaufen aufgestellt hätten und meinten sie hätten nichts "gerochen".

Neues vom Hunte Report und ihrer Stiftung.

Wir erinnern uns, dass das Bundeskartellamt die NWZ aufgefordert hatte, den Hunte Report wieder zu verkaufen, um einen freien Wettbewerb zu gewährleisten.

Nach unseren bisherigen Informationen wurde der Hunte Report seiner Zeit rechtswidrig am Bundeskartellrecht vorbei von "Köser, von Bothmer & Co." aufgekauft und nun wurde ein so genanntes Entflechtungsverfahren von Seiten des Bundeskartellamtes gegenüber der NWZ angeordnet.

Im Klartext: Verkaufen.

Das Dumme war nur für "Köser, von Bothmer & Co.", das mit einem Verkauf des Hunte Reports man sich selbst die Konkurrenz wieder ins Haus geholt hätte, was man von Seiten der NWZ Verantwortlichen gar nicht so gerne sah, weil damit auch ein wenig die Monopolstellung der NWZ in unserer Region ins Wanken geraten wäre und damit verbunden die Anzeigenpreise für die Werbekunden ins Rutschen geraten würden.

Klar es musste eine andere Lösung her.

Nach unserer Vermutung trat in diesem Augenblick Onkel "Otto" auf die Matte. Der König in unserer Region für Stiftungsgründungen, sowie der Haus- und Hofrechtsanwalt der NWZ.

Wir nehmen nach unseren bisherigen Recherchen an, dass Herr Otto Korte "Köser, von Bothmer & Co." vorschlug, den Hunte Report nicht zu verkaufen, sondern eine Stiftung zu gründen.

Ein weiterer gut gemeinter Ratschlag von Otto Korte an "Köser, von Bothmer & Co." war, wie wir nach unserem heutigen Kenntnisstand glauben, den handelnden Stiftungsrat des Hunte Reports mit Personen zu besetzen, die man gut "kennt".

Gesagt, getan!

Der Hunte Report wurde still und heimlich in eine Stiftung umgewandelt und mit Franz Thole als Vorstandsvorsitzender der Öffentlichen Versicherung, sowie mit dem ehemaligen Vizepräsidenten der Bezirksregierung Dieter Boll und dem EDV Fachmann Ulrich Suwe der Stiftungsrat besetzt, die allesamt, lt. einem Bericht der taz Bremen, die NWZ Chefetage gut "kennen" bzw. dort nicht unbekannt sind.

Ein Schelm der da nun glaubt, dass zwischen der NWZ und dem Stiftungsrat des Hunte Reports irgendwelche Absprachen laufen.

Nun ganz von der Hand zu weisen sind Absprachen zwischen dem NWZ Konzerns und des Hunte Reports nach unserem Empfinden nicht.

Denn nach unseren bisherigen Informationen läuft der Druck und die Verteilung des Hunte Reports nach wie vor über den NWZ Konzern.

Über die Druck- und Verteilungskosten könnte der NWZ Konzern im guten Einvernehmen und freundschaftlichen, sowie partnerschaftlichen Verhältnis mit den "Geschäftsfreunden" aus dem Stiftungsrat und dem Geschäftsführer des Hunte Reports den Stiftungsgewinn entweder nach oben oder nach unten korrigieren. Je nach dem, wie man es von Seiten der NWZ Eigentümerfamilie gerne hätte.

Ist das, liebe Leser, nicht traumhaft?

Es lebe das Bundeskartellamt und ihre sinnlose Rechtsprechung!

Wenn man dann noch bedenkt wofür die noch übrig gebliebenen Stiftungsgewinne verwendet werden könnten, bekommt man direkt Tränen in die Augen.

Die Stiftungsgewinne vom Hunte Report sollen bekanntlich zur Restaurierung und Instandhaltung von altertümlichen Gebäuden verwendet werden.

Was für ein Zufall, dass die Familie von Bothmer als Miteigentümerfamilie der NWZ altertümliche Güter besitzt.

So gibt es nach unserem Kenntnisstand ein Gutshaus in Lauenbrück, was den Stammsitz der Familie von Bothmer darstellen soll und seit über 500 Jahren im Familienbesitz ist.

Ein weiteres Gut (Oppershausen) soll sich nach unseren heutigen Informationen in Wienhausen bei Celle befinden, sowie der Schwegerhoff im Kreis Osnabrück.

Ebenso soll sich nach unseren Informationen nach heutigem Stand ein Gut Bothmer 1 in 29690 Schwarmstedt im Ortsteil Bothmer befinden, dass seit dem Ende des 12. Jahrhunderts Stammsitz der Familie von Bothmer ist. Hierzu gehören ein Herrenhaus mit Zufahrtsallee, eine Kapelle mit Privatfriedhof und ein ehemaliger Wirtschaftshof mit Nebengebäuden.

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz hat im Jahr 2001 und 2008 Restaurierungsmaßnahmen an der Gutsanlage gefördert.

 

Alleine die Tatsache, dass die Familie von Bothmer als Miteigentümer des NWZ Konzerns nicht unter akuten Geldmangel leiden sollte, empfinde ich es als äußerst befremdlich, dass diesem "Geldadel" auch noch Spendengelder über die Deutsche Stiftung Denkmalschutz hinterher geschoben werden, wie unserer heutiger Kenntnisstand ist.

Hier gibt es mit Sicherheit andere Güter die unter Denkmalschutz stehen und drohen zu verfallen wegen akuten Geldmangel der Eigentümer, die derartige Unterstützungen über die Deutsche Stiftung Denkmalschutz wesentlich dringender hätten.

Um es auf den Punkt zu bringen:

Nach dem heutigen Stand unserer Recherchen ergibt sich das Bild, dass der Hunte Report keine Eigenständigkeit nach unseren Vorstellungen besitzt, weil der NWZ Konzern über die Druck- und Verteilungskosten massiv in das Geschäftsergebnis eingreifen kann.

Der Hunte Report steht nach unserer Meinung, trotz Bundeskartellrecht, Entflechtungsverfahren und 2,7 Mio. Euro Zahlung an Bußgeldern durch den NWZ Konzern an das Bundeskartellamt unter dem Einfluss und dem Wohlwollen von "Köser, von Bothmer & Co.".

Das angeordnete Entflechtungsverfahren durch das Bundeskartellamt hat den Wettbewerb nicht wieder in Gang gebracht und entpuppt sich immer mehr als eine Nullnummer.

Darüber hinaus hat nach unserem Empfinden der NWZ Konzern sich im Laufe der Vergangenheit durch gesetzeswidrige Aufkäufe von konkurrierenden Zeitungsverlagen in unserer Region ein Macht- und Meinungsmonopol aufgebaut, in dem auf absehbarer Zeit kein anderer Verleger auch nur den Hauch einer Chance hat mit einer eigenen Zeitung im Hausgebiet der NWZ Fuß zu fassen. Stichwort: Oldenburger Allgemeine.

 

Eine durchaus "runde Sache" für die "Adelsfamilie" und den übrigen Eigentümern des NWZ Konzerns um Köser & Co.!

Es lebe das "linke-, rechte Tasche" Prinzip!

 

Von Einsicht und Reue bei "Köser, von Bothmer & Co." kann nach unserer Meinung, angesichts der jüngsten Vorkommnisse um das für uns missglückte Entflechtungsverfahren beim Hunte Report, schon lange keine Rede mehr sein.

Rechtlich mag es in Ordnung sein, was sich die NWZ Chefetage beim Entflechtungsverfahren um den Hunte Report geleistet hat. Moralisch ist es allerdings in unseren Augen nach wie vor eine weitere Entgleisung ohne Gleichen.

Aber wer fragt in den heutigen Zeiten schon noch nach Moral?

 

 

 


Euer

Uwe Brandhorst


PS. Gerhardt Verlag entlässt 3 von 11 Anzeigenberater. Mehr dazu in der nächsten Ausgabe.


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